Wie ist das, dieses ADHS?

Eine Beschreibung von ADHS aus Sicht einer ADHSlerin:

Wenn mich jemand fragt, was denn diese ADHS so sei, dann habe ich meistens nur ein Schulterzucken als Antwort.

Was soll ich sagen zu diesem „Etwas“, das mich mein Leben lang begleitet hat und wenn ich mir kein Leben ohne dieses vorstellen kann? Würde ich die allgemeinen diagnostischen Kriterien zu ADHS nach ICD10 hernehmen, kann ich selbst damit wenig anfangen. Ich kann nur sagen, wie ich es als Kind immer selbst empfunden habe.

Es ist als wenn

  • man immer das Gefühl hat, anders zu sein, nie zu den anderen dazugehören und man darunter leidet, weil man sich ausgeschlossen fühlt
  • man denkt, dass man alles wichtige verpasst, man nichts „rafft“, immer danebensteht
  • man schon als Kind der Meinung ist, nichts auf die Reihe zu bekommen, unfähig ist, doof und niemanden irgendetwas recht machen kann
  • es keinen Menschen auf der Welt gibt, der einen wirklich versteht
  • die Schule so langweilig ist, dass man irgend etwas machen muss, nur um nicht vollständig abzugleiten. Und wenn es nur ein zielloses Herumzappeln oder Quasseln ist.
  • man den Eltern nichts, aber wirklich nichts recht machen kann. Das Kinderzimmer ist trotz aller Mühe immer liederlich, man vergisst alle Pflichten und man schämt sich dafür und kann es doch nicht besser.
  • man kein Selbstwertgefühl hat, egal, welche Erfolge man hat, denn da stehen immer wieder diese Niederlagen im Wege
  • man schon im Alter von 10 Jahren davon überzeugt ist, dass man ein Versager ist, das Leben nicht meistert und deswegen depressiv wird
  • man sich immer mehr zurückzieht, weil man wegen der Angst, zu versagen, sich nichts mehr zutraut
  • man Angst hat vor der Schule, obwohl man intelligent ist und alles schafft, doch da ist immer diese Schusseligkeit, die einem sogar die Zensur in seinem Lieblingsfach versauen kann
  • man sich etwas vornimmt, etwas verspricht, es aber nicht halten kann, und sich furchtbar dafür schämt
  • man immer Klassenkameraden braucht, die einen an Hausaufgaben, Termine u.a. erinnert

gefunden auf  Wildpferd`s Blog

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Bild: Maren Beßler, Pixelio

Durchbruch in der alternativmedizinischen Feldforschung

Nun ist es soweit. Ab jetzt haben die Homöopathen, Bioresonanzler, Gesundbeter und andere dem Spott der Skeptiker ausgelieferten Scharlatane ein Formular zur Hand, mit dem sie die Glaubwürdigkeit ihrer Behauptungen nachhaltig untermauern können:

Bitte ausdrucken, ausfüllen und zur statistischen Auswertung einschicken an die Eso-Aufsichtsbehörde!

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P.S.: auch die Carstens-Stiftung dürfte sich über soviel wissenschaftliches Eigen-Engagement freuen!

Die ultimative Lösung zur ultimativen Krise

Chefarztfrau hat geschrieben:

[...]Wenn das Ausmaß der Weltwirtschaftskrise so gigantisch wie bejammert ist, kann ein zielführendes Weltkonjunkturprogramm nur thermonuklear sein.[...]

Liebe Politiker, den Vorschlag von Chefarztfrau bitte NICHT ernstnehmen.  Dazu ist es einfach noch zu früh^^…

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Umweltprämie – auch für Radfahrer!


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich finde es ungerecht, dass der Staat mit der Abwrackprämie Steuergelder in Milliardenhöhe ausgibt und davon nur Autofahrer profitieren. Ich besitze kein eigenes Auto, sondern nutze das Rad und den öffentlichen Verkehr. Ich will mein altes Fahrrad verschrotten lassen und mir ein neues kaufen. Deshalb will ich eine Umweltprämie für den Kauf eines neuen Fahrrades und Fahrausweise für den öffentlichen Verkehr in Höhe von 2500 Euro beantragen. Bitte schicken Sie mir die dafür notwendigen Unterlagen zu.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

  • P.S.: Die “zuständige Behörde tobt und droht mit Klage.  Inzwischen hat das Thema auch den Bundestag erreicht” (->Zitat Handelsblatt v. 27.02.)

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Bildquelle: Ute Bibow, pixelio

Was ist Epigenetik?

Bild: Jürg Adler, pixelio.de

Bild: Jürg Adler, pixelio.de

Vor kurzem hat Tigger sich kritische Gedanken über Epigenetik gemacht, einer neuen Teildisziplin der Biologie. Ich kenne mich ehrlich gesagt mit Dingen wie DNS oder RNS nicht wirklich aus, ausserdem betrachte ich “neue” Wissenschaften sowieso erstmal mit Skepsis. Das weil fast wöchentlich irgendein Möchtegern-Pseudowissenschaftler eine angeblich “revolutionäre” Erfindung oder Methode präsentiert, deren einziger realer Zweck es zu sein scheint, Leichtgläubigen die Kohle aus der Tasche zu ziehen (ein krudes Beispiel dazu wird hier auseinandergenommen).

Unter dem Gesichtspunkt “Pseudo” habe ich auch das Thema in Tiggers Text betrachtet und zunächst mal die “Epigenetik” auf Möglichkeiten hin abgeklopft, inwiefern dieselbe als eine Rechtfertigung für die debilen Theorien esotterhafter Idioten ausgenutzt werden könnte. Entsprechend war dann dort auch mein Kommentar.

In Wirklichkeit ist Epigenetik ein interessantes Feld seriöser Forschung, nur eben zu komplex für einfaches Verständnis. Und genau das macht E. möglicherweise anfällig für Pseudointerpretationen.

So will ich denn ergänzend zu Tigger einen Text verlinken (scinexx.de), der Epigenetik allgemeinverständlich erklärt, so daß es auch ich verstehe und das Ganze etwas differenzierter betrachten kann:

Epigenetik – Mehr als nur die Gene
Hatte Lamarck doch recht?

Was bestimmt unser Aussehen und wie krank oder wie alt wir werden? Die Gene natürlich – sollte man zumindest meinen. Doch das Dogma ihrer Allmacht ist längst gefallen. Denn Forscher finden immer mehr Belege dafür, dass es jenseits der Gene einen weiteren Code gibt, der entscheidend an der Ausprägung unserer individuellen Merkmale beteiligt ist[...]WEITERLESEN

(Hinweis auf den Text via Brightsblog)

Gruß auch an sunny ;) , die sich mit dem Thema schon weit  länger beschäftigt, auch im Zusammenhang mit ADHS.

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Religiopsychopathologie

Aus einem Bericht der SonntagAZ vom 01.03.09 -  “Wenn der Glaube krank macht”

[...]Der Glaube ist nicht automatisch gut fürs Seelenheil – im Gegenteil. Wissenschaftler fanden Indizien dafür, dass er das Wohlbefinden reduzieren und psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände verstärken könnte[...]

Gut daß der liebe Gott mich als Atheist erschaffen hat, so brauch ich die Hölle nicht zu fürchten…

[...]Krämer plädiert dafür, dass Spiritualität in der Behandlung psychischer Störungen künftig eine grössere Rolle spielen sollte. «Es ist wichtig, dass die behandelnden Ärzte in den Kliniken vermehrt ein Augenmerk darauf haben, wie Patienten mit der Religion umgehen. Sie müssen negative Gottesbilder identifizieren und darauf reagieren können»[...]

Das ist prinzipiell schon richtig, nur was wird ein todernster islamischer Fundi dazu sagen, wenn ein Psychiater ihm mit dem Hinweis auf ein “negatives Gottesbild” den Märtyrertod ausreden will?

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Ökokult = Esokult

Zugegeben,  nicht alle Nahrungsmittel aus dem Supermarktregal sind wirklich gesund. Paprikachips und Erdnussflocken zum Beispiel. Glutamat, Geschmacksstoffe, allesamt sinnlose “Kicks” die zum Weiter- und Wiederessen verleiten.

So ist es verständlich, daß Nahrungsmittel OHNE dieses Zeugs im Zuge des umsichgreifenden Gesundheits- und Wellnesswahns boomen. Kein Homöopsychopath mehr ohne Naturkost, kein Anthroposotter ohne Vollmondkäse. Es ist ja ok, man sollte das essen, was einem schmeckt, wie aber “Ökokost” – vor allem der Anbau und die Herstellung – manchmal verideologisiert wird, irrational und bar jeden Nachdenkens, geht auf keine Kuhhaut. Nichtmal, wenn dieselbe gentechnikfreies Gras frisst.

Ich bin froh, daß sich die Macher von Esowatch dieses Themas angenommen haben “Gesunde Ernährung” zu kritisieren ohne gesunde Ernährung zu kritisieren ist kein einfaches Unterfangen. Doch die haben es geschafft!

Daher lautet mein Lesebefehl:

Ökokult-Landbau

(via Esowatch)

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P.S.: nicht jeder der Vollkornnudeln isst, ist ein Esoteriker. Sonst wäre ich auch einer, und das verbitte ich mir :lol:

Sprücheklopfer

Wer als junger Mensch nicht links ist, hat kein Herz. Wer später  nicht konservativ ist, hat keinen Verstand!

Dieser Spruch (irgendwo mal beiläufig aufgeschnappt) ist mir heute morgen beim Kaffeetrinken eingefallen, ich weiß auch nicht genau warum. Vielleicht weil ich erst neulich mit einem jungen enthusiastischen Hobby-Systemkritiker diskutiert habe? Na egal, auf mich trifft der Spruch jedenfalls in Teilen zu, ich möchte keine Umbrüche, Paradigmenwechsel, Revolutionen oder was auch immer.  Mir reicht die Krise, die da zu kommen scheint, völlig aus.

Wer aber hat nun dieses Zitat erfunden und wie ist genaue Wortlaut? Mein erster Gedanke war Winston  Churchill, also habe ich nach Churchill-Zitaten gesucht. Und, weder hier noch hier bin ich fündig geworden, habe aber schliesslich dann über Umwege HIER einen erfrischend unterhaltsamen Text dazu gefunden (Darius Dunker):

Mit 20 kein Herz, mit 40 auch keinen Verstand

Manchen fällt nichts Originelleres ein, als wiederzukäuen:

»›Ohne Umwege über den Linkssozialismus wäre ich kaum der geworden, der ich bin‹, sagt Brandt in seinen ›Erinnerungen‹ 1989. Das erinnert an den Juso-Spruch: Wer mit 20 nicht revolutionär, ist mit 50 reaktionär.«

(Björn Engholm)

»Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr niemals Sozialist war, hat kein Herz. Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr noch Sozialist ist, hat keinen Verstand.«

(Benedetto Croce)

»Wer mit zwanzig kein Revolutionär war, hat kein Herz. Wer es mit dreißig noch ist, hat keinen Verstand«

(G. B. Shaw)

»Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.
Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand.«

(Theodor Fontane)

»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.«

(B.Russell)

»Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.«

(Winston Churchill)

…um nur einige zu nennen. Wie auch immer, sie haben bewiesen, dass sie mit über 30 keine Phantasie mehr besitzen, dass sie alle den gleichen Spruch klopfen. Und jetzt, wo’s raus ist, haltet endlich das Maul! Ich kann den Spruch nicht mehr hören, egal mit welchen Zahlen, und ob ihr von Linken, Pazifisten, Sozialisten oder Revolutionären redet! Und jetzt komme mir keiner mit »Das ist gar nicht von Tane!« Interessiert mich nämlich nicht die Bohne.

Ok ok, ich habe verstanden… :lol:

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P.S.:  Darius Dunker ist offensichtlich das, was man einen “Religiösen Linken” nennt. Ich hingegen bin Atheist mit leichter CDUphiler Neigung. Allerdings hat die kleine Linke der großen CDU etwas voraus,  nämlich dort gibt es einen BRSD, während man bei der CDU vergeblich nach einer organisierten Atheistenclique sucht. Das nur mal so am Rande