Sprücheklopfer

Wer als junger Mensch nicht links ist, hat kein Herz. Wer später  nicht konservativ ist, hat keinen Verstand!

Dieser Spruch (irgendwo mal beiläufig aufgeschnappt) ist mir heute morgen beim Kaffeetrinken eingefallen, ich weiß auch nicht genau warum. Vielleicht weil ich erst neulich mit einem jungen enthusiastischen Hobby-Systemkritiker diskutiert habe? Na egal, auf mich trifft der Spruch jedenfalls in Teilen zu, ich möchte keine Umbrüche, Paradigmenwechsel, Revolutionen oder was auch immer.  Mir reicht die Krise, die da zu kommen scheint, völlig aus.

Wer aber hat nun dieses Zitat erfunden und wie ist genaue Wortlaut? Mein erster Gedanke war Winston  Churchill, also habe ich nach Churchill-Zitaten gesucht. Und, weder hier noch hier bin ich fündig geworden, habe aber schliesslich dann über Umwege HIER einen erfrischend unterhaltsamen Text dazu gefunden (Darius Dunker):

Mit 20 kein Herz, mit 40 auch keinen Verstand

Manchen fällt nichts Originelleres ein, als wiederzukäuen:

»›Ohne Umwege über den Linkssozialismus wäre ich kaum der geworden, der ich bin‹, sagt Brandt in seinen ›Erinnerungen‹ 1989. Das erinnert an den Juso-Spruch: Wer mit 20 nicht revolutionär, ist mit 50 reaktionär.«

(Björn Engholm)

»Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr niemals Sozialist war, hat kein Herz. Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr noch Sozialist ist, hat keinen Verstand.«

(Benedetto Croce)

»Wer mit zwanzig kein Revolutionär war, hat kein Herz. Wer es mit dreißig noch ist, hat keinen Verstand«

(G. B. Shaw)

»Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.
Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand.«

(Theodor Fontane)

»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.«

(B.Russell)

»Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.«

(Winston Churchill)

…um nur einige zu nennen. Wie auch immer, sie haben bewiesen, dass sie mit über 30 keine Phantasie mehr besitzen, dass sie alle den gleichen Spruch klopfen. Und jetzt, wo’s raus ist, haltet endlich das Maul! Ich kann den Spruch nicht mehr hören, egal mit welchen Zahlen, und ob ihr von Linken, Pazifisten, Sozialisten oder Revolutionären redet! Und jetzt komme mir keiner mit »Das ist gar nicht von Tane!« Interessiert mich nämlich nicht die Bohne.

Ok ok, ich habe verstanden… :lol:

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P.S.:  Darius Dunker ist offensichtlich das, was man einen “Religiösen Linken” nennt. Ich hingegen bin Atheist mit leichter CDUphiler Neigung. Allerdings hat die kleine Linke der großen CDU etwas voraus,  nämlich dort gibt es einen BRSD, während man bei der CDU vergeblich nach einer organisierten Atheistenclique sucht. Das nur mal so am Rande

“Die Lust am Betrug und am Selbstbetrug”

Folgendes Zitat über Scharlatane (gefunden hier) von Johann Wolfgang v. Goethe ist das  Zitat des Jahres in diesem Blog. Es trifft in unerreichter Weise und punktgenau viele Themen die mich im Jahr 2008 so beschäftigt haben. Genial und trotz des Alters brandaktuell:

“Die Lust am Betrug und am Selbstbetrug eint Täter und Opfer. Nicht selten glaubt der Scharlatan selbst, was er sagt; das lernt er im Lauf seiner Karriere – nicht zuletzt, weil seine Kundschaft ihm fanatisch anhängt. Dabei ahnen alle die Gefahr. Doch die Hoffnung auf eine wunderhafte Wendung scheint ihnen immer noch trostreicher als der Trott des gesunden Menschenverstandes. Strenger ausgedrückt: Es ist erbärmlich anzusehen, wie die Menschen nach Wundern schnappen, um nur in ihrem Unsinn und Albernheiten beharren zu dürfen, und um sich gegen die Ohnmacht des Menschenverstandes und der Vernunft wehren zu können”

(Goethe an Jacobi 1791).

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Wenn  die ganzen Indigos, Homöopathen und Anthroposotter sich das mal zu Herzen nehmen würden. Aber da reicht bei vielen wohl der Wille zur Realität nicht aus. Wahrlich erbärmlich…

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P.S.: Dieser Blogeintrag ist dem Kinderarzt Ralf Behrmann gewidmet, der  seit Jahren in seinem Forum KidMed nicht müde wird, Scharlatanerien beim Namen zu nennen

Venceremos!

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Weitere Zitate gibts hier

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Nachtrag vom 11.01.09:

Ich habe obiges Zitat fälschlicherweise als “Goethe-Zitat” bezeichnet, tatsächlich ist wohl nur der letzte Teil von  ihm, der Rest stammt aus dem Klappentext eines Buches von  Georg Eisenhauer. Der Blogger Andreas Kyriacou hat mich dankenswerterweise auf den Fehler aufmerksam gemacht! (Siehe auch Kommentarteil)


Verschiedenes

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Intelligenz ist eine Konstante. Aber die Menschen werden immer mehr!

(Gefunden in einem Kommentar auf dem Frischer Wind-Blog)

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von io:

«Du kannst uns doch nicht einfach unvernünftig nennen, weil wir religiös sind!»

«Mir bleibt, in diesem Punkt, nicht viel anderes übrig. Wäre das, was ihr macht, vernünftig, müsste ich mir ja sagen: “hey du solltest das auch tun!”»

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Von hier:

KI steht für Künstliche Intelligenz, ein Forschungszweig der Informatik. Bisher haben die Informatiker herausgefunden, daß Computer nicht denken können. Ob Gehirne denken können, wird zur Zeit noch untersucht.

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“Die mystischen Erklärungen gelten für tief; die Wahrheit ist, dass sie noch nicht einmal oberflächlich sind.”

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

bei diesem Zitat denke ich an die ganzen Esoteriker, die hinter buchstäblich allem ein “Geheimnis” vermuten (und vor allem auch deuten können!), jede Telefonnummer wird numerologisch auf die Person bezogen, jeder Geburtstag auf seine Bedeutung im Tierkreis gescannt, selbst bei der simpelsten Simpsons-Folge werden zielsicher Synchronizitäten rausgefiltert (Komisch, daß gerade heute dies, das oder jenes das Thema ist), jeder am Himmel kreisende Vogel ist bei diesen Neo- und Wurschtschamanen ein Omen. Achja, und die Nachrichten sind der tägliche Beweis für die Existenz einer Weltverschwörung…

—> Intelligenz auf Teletubbies-Niveau, mentale Degeneration in der Wohlstandsgesellschaft

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Ach übrigens:

Religion korreliert mit Esoterik. Wer hätte das gedacht ;)

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Sokrates

via tigger bin ich mal wieder auf den großen Sokrates gestossen. Hier ein Zitat, welches mir hilft mich bei meinen Ansichten und Meinungen zu bremsen . Für mich, auf mich bezogen die Frage: wie dogmatisch bin ich eigentlich?

“Keiner von uns beiden, so kann man wohl sagen, weiß etwas Schönes und Gutes. Aber dieser glaubt zu wissen und weiß nicht, ich aber, der ich ebensowenig weiß, glaube das nicht. Daher scheine ich um ein weniges weiser zu sein als dieser, da ich nicht glaube zu wissen, was ich nicht weiß.”

Ach ich liebe ihn, diesen alten Schierlingsbechersäufer…

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Sokrates bei Wikipedia, Wikiquote