Dummes zum Karfreitag

Karfreitag ist der Tag an dem der Tod des Hauptprotagonisten des weltbekannten Fantasyepos “Die Bibel – Teil 2″ bedauert, beklagt und beweint wird.

Jesus, so der Name, sagte, so der Autor, folgenden klugen Satz:

Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein; alles andere stammt vom Bösen. Matthäus 5 (37)

Das war der Beitrag “Dummes zum Karfreitag”. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen frohe Weihnachten!

Heute in Berlin

Dontblog schreibt:

Hier in Berlin tobt gerade ein lustiger Wettkampf um das schlechteste Plakat. Es geht um verpflichtenden und versetzungsrelevanten Religionsunterricht an Schulen oder die Weiterführung des bisherigen Modells, Ethikunterricht für alle. Als Mensch mit mehr als 5 funktionierenden Gehirnzellen geht man natürlich mit NEIN, also gegen den Religionsquatsch abstimmen. Wer Religionsunterricht haben möchte, kann das ja gerne haben, aber an staatlichen Schulen hat der Blödsinn nichts zu suchen. Und für so eine Kampagne auch noch tausende von Euros rauszupulvern, nur um ein paar miese Werbeagenturen zu alimentieren… Hallo? Habt Ihr keine anderen Probleme? Zum Beispiel bröckelnde, baufällige Schulen? Zu wenig Lehrer? Man könnte sich auch mal Gedanken darüber machen, wie man es schafft, dass nicht ein großer Teil der Schüler als Analphabeten die Schule verlässt… Nur um mal ein, zwei Ideen zu nennen[...]

Volle Zustimmung!

Auch wenn ich – wie bereits bemerkt – kein Berliner bin…

BTW: Bei einer Umfrage in der Bevölkerung vor einiger Zeit, wer wohl der intelligenteste Deutsche wäre belegte Fernsehmensch und ProReli-Aktivist Günter Jauch den ersten Platz. Den ersten Platz? Allein dieses “Wahl”-Ergebnis ist ein zwingender Grund, sich über mehr Bildung und weniger Glauben mal Gedanken zu machen ;)

(Hervorhebung im Text oben von mir)

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Siehe auch bei Telepolis: Mit Günter Jauch in den Gottesstaat

Glauben vs. “Glauben”

Hugo Stamm  macht in seinem neuesten Blogeintrag eine wichtige Aussage zur sprachlichen Verwirrung, wenn es um den Begriff  “Glaube” geht. Bisher habe ich den Gebrauch dieses Wortes möglichst vermieden. Statt “ich glaube morgen scheint die Sonne” schrieb ich schon mal “ich denke/vermute morgen scheint die Sonne”. Schließlich wollte ich “genau”  sein und frömmelnde heimliche Mitleser meines Blogs nicht zu so Aussagen verleiten wie “Atheismus ist auch nur ein Glaube” und ähnliche Kurzdenk-Eskapaden.

Ja, auch ich glaube an vieles, denke aber weder religiös noch esoterisch.

Hugo Stamm schreibt:

[...]Die Krux zeigt sich schon darin, dass der Gebrauch des Begriffs zwei unterschiedliche Bedeutungen hat: Zwischen dem weltlich verstandenen Glauben und dem religiösen oder spirituellen klaffen Welten.

Zwei Beispiele sollen die Behauptung verdeutlichen:

1. Ich glaube, dass die Finanzkrise bald überwunden sein wird.

2. Ich glaube an Gott, Jahwe, Shiva oder Sai Baba.

Im weltliche Kontext wird allen sofort klar, dass es sich beim Glauben um eine Annahme, Vermutung oder Hypothese handelt. Oder gar nur um eine Hoffnung oder einen Wunsch. Es sind Projektionen, die Unsicherheit und Zweifel ausdrücken. Die subjektive Komponente ist klar erkennbar.

Bei der zweiten Aussage handelt es um eine radikal andere Form des Glaubens. Es wird eine Überzeugung ausgedrückt, die oft den Charakter eines Faktums erreicht. Letztlich geht es für die Betroffenen um die letzte Wahrheit, die – subjektiv gesehen – mit Glauben gar nichts mehr zu tun hat.

Die unterschiedliche Definition der beiden Begriffe führt zu einer sprachlichen Verwirrung, die auch das Bewusstsein unheilvoll beeinflussen kann. Man müsste also für den religiösen Glauben einen neuen Begriff erfinden[...]

Bild: berwis, pixelio

Nuhr die Wahrheit: im Iran gibt`s keine Migräne

Erst vor wenigen Wochen hatten wir (meine Freundin und ich) das Glück, Dieter Nuhr live auf der Bühne zu erleben. Das war superklasse, durchgehend witzig – lange nicht mehr so gelacht. Nuhr schafft es,  ernste und heikle Themen, wie etwa die Gewaltbereitschaft und Frauenfeindlichkeit fundamentalistischer Religionen (s. Video unten) oder die Skurrilität exotischer traditioneller “Medizin” (Bsp. hier) unterhaltsam und leicht-locker darzustellen. Der intelligente Humor und Wortwitz läßt dabei den mariobarth´schen Proll-Klamauk vieler seiner Kollegen alt aussehen.

Hier ein kurzer Ausschnitt seines aktuellen Programms “Nuhr die Wahrheit”, kam erst vor wenigen Tagen im ZDF (danke an Elke für den YouTube-Tipp).

Nuhr die Wahrheit: im Iran gibts kein Migräne

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Bild: nuhr.de

Ich bin zwar kein Berliner…

…aber es interessiert mich doch, was dort am 26. April stattfinden wird: es soll nämlich gewählt werden.

Mit der Initiative “ProReli” soll das Recht eingeführt werden, Eltern bzw. Kinder wählen zu lassen, ob sie Ethikunterricht ODER Religionsunterricht als Pflichtfach haben wollen, und nicht mehr Ethikunterricht (Pflicht) UND Religionsunterricht (freiw.)

Ich finde, Ethikunterricht sollte auf jeden Fall ein nichtabwählbares Pflichtfach bleiben, denn Ethik geht uns alle an, unabhängig davon, ob wir an jungfräuliche Geburt, die Scharia eines angeblichen “Propheten” oder eben an keinen Gott glauben.

Wäre ich ein Berliner, ich würde mit NEIN stimmen, auf jeden Fall gegen ProReli.

Auch manche Christen sehen die Notwendigkeit eines nicht-konfessionellen Ethik-Pflichtfachs ein (LINK): “Wir müssen die Absolutheitsansprüche religiöser und weltanschaulicher Bekenntnisse abbauen, wenn wir miteinander auskommen wollen.”

Worum es aber auch geht ist das (LINK): (…)Jeder fünfte Schüler in Berlin hat moslemische Eltern. Diese Kinder waren einst der Auslöser zur Einführung des Faches Ethik, um sie aus der „Parallelgesellschaft“ ihrer Stadtbezirke samt „Ehrenmord“-Ideologie herauszuführen (…) Falls sich „Pro Reli“ durchsetzt, kann gerade diese Zielgruppe vom Ethikunterricht abgemeldet werden, um stattdessen Islamische Bekenntnislehre (Koranunterricht) zu erhalten.(…)

Ethos der Freiheit (via Brightsblog): (…) die Schüler werden es eher mit konservativen Traditionalisten zu tun bekommen. Kein staatliches Diplom (…) kann verhindern, dass sie ihre Überzeugungen verbreiten. Der Gedanke, Jugendliche würden von solchen Lehrkräften über Homosexualität oder die Gleichberechtigung der Frau unterrichtet, ist ebenso beunruhigend wie die Vorstellung, katholische Lehrer hätten das Monopol, über Verhütung und Abtreibung zu sprechen. Wenn es der Gesellschaft nicht gelingt, ein Fundament gemeinsamer Werte zu legen, ist ein tolerantes Zusammenleben bedroht(…)

–>Deshalb: nicht Pro Reli sondern Pro Ethik (aber wie gesagt, ich bin ja kein Berliner…)

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Bild: Begrenzte Wissenschaft

Religulous, Religion – 2 Filme, eine Meinung

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  • 1.) Religulous:

Ein gar lustiger Film über Religion und Religioten, sollte ursprünglich letzten Herbst erscheinen, wurde verschoben, kommt jetzt aber doch – wenn´s wahr wird – in nicht mehr ganz 2 Wochen in unsere Kinos. Achter darf sich rühmen, den Trailer zum Film bereits im Juni 2008 gepostet zu haben. Guckstdu HIER

Einen  Artikel zu diesem Kinoerereignis geben auch Maxeiner & Miersch (Ein höllisch guter Film): “[...]Schade, dass viele Menschen auf der Welt diesen Film nicht sehen dürfen[...]“

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  • 2.) Religion:

Ein bei YouTube zensierter satirischer Werbefilm über Religion (steht aber wohl mit 1.) nicht in Verbindung). Ebenfalls lustig,  weniger aufwendig aber dafür mit wahrscheinlich satterem Beigeschmack. Da in der WordPress-Umsonst-Version nur das Einbetten von YouTube und GoogleVids erlaubt ist,  gibt es HIER leider nur den Direktlink. Ein MUSS für alle Fans kurzer polemischer Anti-Irrational-Meme! Strengst gläubige Christen, Muslime und andere sollten aber wegen drohendem Schaum-vor-dem-Mund Syndrom unbedingt auf diesen  kurzen filmischen Genuß verzichten.

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Religiopsychopathologie

Aus einem Bericht der SonntagAZ vom 01.03.09 -  “Wenn der Glaube krank macht”

[...]Der Glaube ist nicht automatisch gut fürs Seelenheil – im Gegenteil. Wissenschaftler fanden Indizien dafür, dass er das Wohlbefinden reduzieren und psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände verstärken könnte[...]

Gut daß der liebe Gott mich als Atheist erschaffen hat, so brauch ich die Hölle nicht zu fürchten…

[...]Krämer plädiert dafür, dass Spiritualität in der Behandlung psychischer Störungen künftig eine grössere Rolle spielen sollte. «Es ist wichtig, dass die behandelnden Ärzte in den Kliniken vermehrt ein Augenmerk darauf haben, wie Patienten mit der Religion umgehen. Sie müssen negative Gottesbilder identifizieren und darauf reagieren können»[...]

Das ist prinzipiell schon richtig, nur was wird ein todernster islamischer Fundi dazu sagen, wenn ein Psychiater ihm mit dem Hinweis auf ein “negatives Gottesbild” den Märtyrertod ausreden will?

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Wo Religion lauert, ist die Seele nicht weit

Hugo Stamm (Sekten-Blog) hat wieder mal einen für Sektoide, Esos und Religiöse schwer verdaulichen Brocken in die Blogosphäre geschmissen: Mythos Seele.

Auszug:

[...]Die Tatsache, dass die Seele weder identifiziert noch geortet werden kann, ist für Religionen ein grosses Unglück, aber auch eine Chance, wenn nicht gar ein Rettungsanker.

Zum Unglück: Wäre die Seele ein Organ, das wir isolieren, sezieren und analysieren könnten, wäre die Religion nicht eine Frage des Glaubens, sondern der Wissenschaft.

also:

Würden die Ärzte, Neurologen, Theologen oder Philosophen herausfinden, dass die Seele sterblich ist wie jedes andere Organ, müssten wir von der Vorstellung von einem Lebens nach dem Tod Abschied nehmen[...]

Worauf das rausläuft dürfte nach kurzem Überlegen klar sein – sofern das Hirn nicht vom Traum an das “Ewige Leben” getrübt ist: Gut für die Gläubigen, daß es die Seele nicht gibt, denn gäbe es sie, dann bräuchte man sie nicht!

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P.S.: Esoteriker bezeichnen ihr Äquivalent von “Seele” ofter mal mit Worthülsen wie “Kosmisches Bewußtsein” oder ähnlichem. Das ist jedoch das gleiche, nur anders “erklärt”.