Eine Frage an mich selbst

Zur Zeit bin ich mal wieder etwas von der mich umgebenden Blödheit (vor allem der im Netz) genervt. Vielleicht sollte ich mich vom widerlichen Themenkreis Esoterik, Paramedizin und dummreligiöses Gelalle fernhalten, dann ginge es mir sicher wieder gefühlt besser. Schliesslich habe auch ich sowas wie ein Recht auf Streben nach Glück. Das Geschwalle der Homöopsychopathen und Anthroposotter – neuerdings sogar laut und deutlich in der Politik – ist kaum mehr zu ertragen. Wer nicht merkt, daß wir uns in manchen Bereichen in großen Schritten zurück Richtung Mittelalter bewegen ist entweder blind oder einfach nur doof. Aber vielleicht dafür auch glücklicher!? Hmmm…der Wechsel vom genervten Skeptiker zum geistig umnebelten Ignoranten scheint verlockend.

Deshalb eine Frage an mich selbst: soll auch ich fortan als Eskapist mein Leben leben, Teile der Realität aus meiner Wahrnehmung kicken und meine letzten wenigen verbleibenden Jahrzehnte nur noch Pro7 gucken und Mickymaus lesen?

Antwort: Nein, denn ich habe auch ein Kind für das ich mir eine humane und aufgeklärte Zukunft erhoffe. Allein schon deswegen könnte ich am Ende den Gedanken nicht ertragen nichts gegen den zunehmenden Aberglauben und die massenweise Selbstverblödung gesagt zu haben.  Wenigstens manchmal den Mund aufmachen, ein kleiner Beitrag für mehr Brightness in dieser Welt. Und überhaupt, ich bin halt so :twisted: Und das Beste dabei: ich bin nicht der Einzige! Keine Gnade den Schamanen!




Richard Dawkins: Enemies Of Reason

Ein schon älterer Fernsehbericht (BBC) über Irrationalitäten, Aberglauben und Scharlatanerien, toll recherchiert von Richard Dawkins. Ich finde das ist ein Muss, das Englisch ist leicht verständlich:

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1.Teil, ca 48 Min. “Slaves to Superstition” (Sklaven des Aberglaubens):

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2.Teil, ca 48 Min. “The Irrational Health Service” (Das irrationale Gesundheitswesen, passt übrigens gut zu meinem derzeitigen Interesse)

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Ich denke man sollte sich das einfach mal ansehen. VIA

The OUT Campaign

Ich habe jetzt das Dawkins-Atheisten-A in meiner Sidebar. Die Out-Campaign ist eine Sache die ich unterstütze. Aufklärung tut not. Und wie!

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Zitat:
…We can help others understand that atheists come in all shapes, sizes, colours and personalities…
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Ja, es gibt sogar ADHS-ler, die nicht an Gott (Götter, Osterhasen, Weihnachtsmänner etc,), organisierte Religionen oder sonstiges Gedöns (z.B. Esoterik) glauben. Natürlich ist man da in der Minderheit einer Minderheit, aber damit muss man leben können….
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EDIT: nachträglich auch noch in die Sidebar übernommen: das Secular Web – Banner:

The Secular Web

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Schade:
Warum ADHS und Atheisten-Outing nicht gut zusammenpassen:
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Es ist zunächst auch mal so, dass bei Angelegenheiten, die die (dysfunktionale) Psyche betreffen das Thema Religion nochmal eine ganz andere Bedeutung bekommt. In einem Fall kann sich das so äussern dass einer erzählt, wie er das Leid, mittel- und unmittelbar ausgelöst durch seine ADHS, durch Glauben und Gebete lindert. Und da gehen mir die Worte aus, soll ich sagen das ist “falsch”, nur weil ich das anders sehe?

Habe ich Angst davor, (wichtige) Solidarität versagt zu bekommen wenn ich mich als Atheist oute?

Eine Diskussion über Atheismus in einem ADS-Selbsthilfeforum (vor ein paar Monaten), in dem ich gnadenlos gemobbt wurde, hat mir gereicht. Das wird mir jetzt erst so richtig klar…

Vielleicht könnte das ja mal ein Thema sein für einen Beitrag zur Atheistischen Blogparade?

Thema: “Die therapeutische Seite des Glaubens” oder “Warum es (bekennende) atheistische ADSler doppelt schwer haben”

Vielleicht ist das alles aber auch weit weniger tragisch als ich es hier darstelle. Vielleicht bin ich einfach noch sauer über die Sache in jenem Forum (siehe 2 Sätze weiter oben)