Ich bin zwar kein Berliner…

…aber es interessiert mich doch, was dort am 26. April stattfinden wird: es soll nämlich gewählt werden.

Mit der Initiative “ProReli” soll das Recht eingeführt werden, Eltern bzw. Kinder wählen zu lassen, ob sie Ethikunterricht ODER Religionsunterricht als Pflichtfach haben wollen, und nicht mehr Ethikunterricht (Pflicht) UND Religionsunterricht (freiw.)

Ich finde, Ethikunterricht sollte auf jeden Fall ein nichtabwählbares Pflichtfach bleiben, denn Ethik geht uns alle an, unabhängig davon, ob wir an jungfräuliche Geburt, die Scharia eines angeblichen “Propheten” oder eben an keinen Gott glauben.

Wäre ich ein Berliner, ich würde mit NEIN stimmen, auf jeden Fall gegen ProReli.

Auch manche Christen sehen die Notwendigkeit eines nicht-konfessionellen Ethik-Pflichtfachs ein (LINK): “Wir müssen die Absolutheitsansprüche religiöser und weltanschaulicher Bekenntnisse abbauen, wenn wir miteinander auskommen wollen.”

Worum es aber auch geht ist das (LINK): (…)Jeder fünfte Schüler in Berlin hat moslemische Eltern. Diese Kinder waren einst der Auslöser zur Einführung des Faches Ethik, um sie aus der „Parallelgesellschaft“ ihrer Stadtbezirke samt „Ehrenmord“-Ideologie herauszuführen (…) Falls sich „Pro Reli“ durchsetzt, kann gerade diese Zielgruppe vom Ethikunterricht abgemeldet werden, um stattdessen Islamische Bekenntnislehre (Koranunterricht) zu erhalten.(…)

Ethos der Freiheit (via Brightsblog): (…) die Schüler werden es eher mit konservativen Traditionalisten zu tun bekommen. Kein staatliches Diplom (…) kann verhindern, dass sie ihre Überzeugungen verbreiten. Der Gedanke, Jugendliche würden von solchen Lehrkräften über Homosexualität oder die Gleichberechtigung der Frau unterrichtet, ist ebenso beunruhigend wie die Vorstellung, katholische Lehrer hätten das Monopol, über Verhütung und Abtreibung zu sprechen. Wenn es der Gesellschaft nicht gelingt, ein Fundament gemeinsamer Werte zu legen, ist ein tolerantes Zusammenleben bedroht(…)

–>Deshalb: nicht Pro Reli sondern Pro Ethik (aber wie gesagt, ich bin ja kein Berliner…)

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Bild: Begrenzte Wissenschaft

47 Gedanken zu “Ich bin zwar kein Berliner…

  1. Unsere Jüngste wechselte Anfang der 11. Klasse von einem bischöfl. Gymnasium auf ein städtisches. Das hatte u.a. damit zu tun dass sie keine Lust mehr hatte auf wöchentlichen verpflichteten Gottesdienst, tägliches Morgengebet und bis zum Abi keine Möglichkeit, Religion abzuwählen.

    An der neuen Schule wählte sie logischerweise statt Religion Philosphie. Was sie und wir als Eltern nicht wissen konnten: Der Philolehrer war ein Ex-Pastor, der das Keuschheitsgelübde nicht eingehalten hat und vor vielen Jahren aus dem Kirchendienst entlassen war. Was diesen Mann nicht davon abhielt, den Philounterricht konsequent umzufunktionieren in das Fach “Christliche Religion”. Schülerinnen und Schüler, die zum Kursbeginn ihren Atheismus erklärten, hatten bis Schuljahresende nicht den Hauch einer Chance, eine gute Bewertung zu bekommen. Schlimmer noch: Je handfester ein Schüler gegen den Glauben argumentierte, desto schlechter wurde dieser benotet. Beschwerden aufgrund seiner Ungerechtigkeit beantwortete er mit Behauptungen, es habe an der Mitarbeit im Unterricht gemangelt oder Hausaufgaben seien nicht gemacht worden.

  2. Ach du Sch+sse.
    Andererseits vielleicht aber auch eine Lektion in praktischer Philosophie: wie die “Liebe zur Weisheit” zur “Liebe zur Wahrheit®” verkommen kann. Manche studierte Frömmler kennen da den Unterschied wohl tatsächlich nicht.

  3. Ich finde, Religion ist Privatsache und hat an Schule NICHTS verloren! Ich habe meine Ausbildung an einer katholischen Fachschule gemacht und Leute ich sags Euch, gut dass ich damals noch nicht so gedacht habe, wie heute, dass wäre nicht gutgegangen…

  4. Achter, d’accord, Ethik-Unterricht ist wichtig und unerlässlich. In unserer globalen Welt ist es doch nötiger denn je, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen und dazu gehört auch das Wissen um die jeweilige Religion. Letztendlich hängt davon auch ein Verständnis für Politik ab. Beispielsweise ist es gar nicht möglich den amerikanischen Wahlkampf zu verstehen, wenn man keinen Einblick in die religiöse Prägung Amerikas hat, bzw. um den hohen Anteil an Kreationisten weiß, deren Wählerstimmen einen großen Einfluss haben. Somit gibt es jetzt zwar einen “schwarzen” Präsidenten, der religiös ist, aber ein “weißer” Präsident, der sich als Atheist präsentiert, wäre immer noch undenkbar.

    Ethik gehört zur Allgemeinbildung und es ist mir vollkommen unverständlich wie man überhaupt in den Raum stellen kann, darauf verzichten zu können.

  5. Andererseits bin ich natürlich auch der Meinung, dass man gut und gerne auf einen Religions-Unterricht verzichten kann, der sich noch dazu in der Benotung daran orientiert, wie gläubig der Einzelne ist. In der Schule sollte es immer um das Vermitteln von Wissen gehen und nicht um ein Anerziehen von Glaubensfragen, egal welcher Coleur.

  6. Ethik gehört zur Allgemeinbildung und es ist mir vollkommen unverständlich wie man überhaupt in den Raum stellen kann, darauf verzichten zu können.

    Die Tatsache, daß es die Berliner bisher geschafft haben überhaupt ein Pflichtfach Ethik einzurichten ist ein Zeichen einer aufgeklärten und fortschrittlichen Gesellschaft. Das wird nun offensichtlich torpediert.

  7. Im Moment sehe ich nur Zeichen, dass Religionen immer politischer werden. Und ihre Positionen zunehmend aggressiver vertreten. Ich habe letztens irgendwo ein Video gefunden in dem verdeutlicht wird, dass z.B. der Islam sich in dem Maße radikalisiert, in dem Evangelikale sich formieren und radikalisieren. Ist der Gedanke abwegig, dass der 3. WK wieder ein Religionskrieg werden könnte?

    Auf Arte wurde kürzlich gezeigt, dass christliche Gruppierungen immer mehr versuchen, im Europaparlament ihren Einflussbereich zu vergrößern.

    http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Wie-christlich-ist-Europa/2341372.html

    http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Wie-christlich-ist-Europa/2341386.html

  8. Hier eine kleine Umdichtung des Liedes “Aurélie” der Berliner Gruppe Wir sind Helden:

    Pro Relis Ziel ist ohne Frage sehr charmant
    Und wenn sie schwärmen und bekehren hat man sicher schon erkannt
    diese ganzen Religionen
    in den 12 Bezirksregionen
    fordern auch den Blick mal übern Tellerrand.

    Doch Pro Reli kapiert das nie
    Jeden Bürger bat sie nun,
    die Unterschrift dazu zu tun.

    Pro Reli, so klappt das nie,
    ihr erwartet zwar nicht viel,
    doch was ihr wollt ist nicht das Ziel!

    Pro Reli, die Christen mögen dich hier sehr
    Und in der Kirche unterschreibt dir jeder hinterher
    Doch was bringt diese Separierung
    getrennt nach Konfessierung?
    Du mußt wissen, Ethik bringt da mehr.

    Ach Pro Reli, in Berlin braucht man eben heute
    Akzeptanz von allen Leuten
    für den ganzen Reli-Zauber
    dieser aller Andersglauber
    Da sind eure Stimmen nun die falsche Beute

    Pro Reli, so klappt das nie,
    ihr erwartet zwar nicht viel,
    doch was ihr wollt ist nicht das Ziel!

    Pro Reli, so einfach ist das eben nicht!
    In Berlin hat Glauben noch ein anderes Gewicht
    Durch die ganzen Immigranten
    mit ihrer Religion, der Unbekannten
    Doch das sieht man eben nicht, wenn man nur unter sich beschwicht.

    Ach, Pro Reli, du sagt, ich solle dir erklären
    Wie in aller Welt soll man die Berliner denn belehr’n?
    Jeder besucht das selbe Fach,
    und bekommt vorm anderen Acht!
    Und wer will kann sich dann noch in der Kirche seiner Wahl bekehren!

    Pro Reli, so klappt das nie,
    ihr erwartet zwar nicht viel,
    doch was ihr wollt ist nicht das Ziel!

  9. @Manu,
    Jawoll! Weg mit der Ethik, her mit der Religion! Ethik braucht kein Mensch! Klasse Satire, deine Webseite. :lol:

    (das ist doch Satire, oder etwa nicht??)

  10. @Pri Reli: Vielen vielen Dank für das hübsche Lied! Ich werde mich jetzt zwar am 26. April ganz furchtbar zusammen nehmen müssen, es im Wahllokal nicht lauthals (und bestimmt furchtbar schief) zu singen, aber es hat mir meinen Tag schöner gemacht. Ich bin Wahlhelfer und muss daher unparteiisch bleiben. Auch wenn ich den Unsinn von Pro Reli total für Quatsch halte.

  11. Hallo Achter, in Manu hast du dich wirklich getäuscht.

    Er schreibt über sich:

    “Den Name Manuel kann man ableiten vom Name Immanuel, der soviel bedeutet wie “Gott ist mit uns”. Das passt sehr gut, denn ich bin Christ und habe in meinem Leben erfahren:
    “Ja, Gott ist mit uns! Heute und an jedem Tag!”.

    Ich habe Hobbys wie viele andere Menschen; Musik, Natur, Kultur, Gutes Essen und Trinken schätze ich, ich liebe Freundschaften und bin ein Mensch, der Unterhaltung sucht. Der Unterschied zwischen mir und anderen Menschen besteht nur darin, dass ich zwischen Dingen die gut und schlecht sind unterscheide und dabei das Wort Gottes (Bibel) zur Hilfe nehme.

    Ich arbeite ehrenamtlich als Evangelist. Mein Ziel ist es, Menschen zu Christus zu führen.
    Vielleicht bist du ja Christ? Dann möchte ich dich dazu ermutigen, den Menschen die Frohe Botschaft weiterzugeben und dich täglich mit der einen Wahrheit des Wortes Gottes auseinanderzusetzen.

    Politisch engagiere ich mich in und für die PBC

    Die PBC ist die Partei Bibeltreuer Christen.

    http://www.pbc.de/

  12. “Möge unser Gott sie segnen, beim ansehen dieser Webseite!”

    Das IST Satire. Wenn auch “nur” Realsatire *g*. Ich finds halt zum lachen…

    Ach DESWEGEN regnets, Achter, das ist keine Satire, DU bist schuld am schlechten Wetter! So! Ich bin jetzt sauer, dass Dus weißt, lass dich woanders segnen *g*

  13. Wieso getäuscht? Was ist daran NICHT (Real-)Satire?

    Es ging nur darum, dass es für Manu nicht so ist, auch wenn es für dich, für mich und für viele andere nur so sein kann.

  14. Was mich wundert: Homosexualität und Blutschande (Inzest) wird von Gott für abscheulich erachtet und damit wohl auch in die Hölle führen.

    Mit wem haben sich aber Kain und Abel, die Kinder von Adam und Eva, gepaart und vermehrt?

    Und nach der Sintflut überlebten nur Noah, seine Gattin, deren drei Söhne und deren Frauen. Keine Chance für eine nichtinzestuöse Beziehung….

  15. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
    [quote]# Manu schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:13

    Ich habe in einem Vortrag mal die Antwort zu dieser Frage bekommen, aber leider habe ich die Antwort vergessen.
    Ich kann dir an dieser Stelle keine Antwort geben.
    [/quote]

    Und was ist mit selber denken?

  16. Ich weiß aber noch genau, wer diesem Blödsinn ;) verzapft hat. (Nur gut, dass der hier nicht kommentiert…)

    Wohin ein Fehlen von Moralvorstellungen und Ethik führen kann, haben wir im Zuge der Maßlosigkeit des Finanzsystems feststellen müssen, aber auch bei Entscheidungen durch den Staat (das Hartz-IV-Prozedere ist menschenunwürdig!). Wohin verbohrte Religiosität führen kann, sehen wir jeden Tag (Israel vs. Palästina, im Irak, im Iran, bei uns vor der Haustür — der Platz reicht nicht aus, um alles aufzulisten).
    Im Prinzip wäre jetzt der ideale Zeitpunkt für eine Neuordnung. Wir brauchen nicht noch mehr Fanatiker und Eiferer, sondern ein gerüttelt Maß an Grundlagen, die im Prinzip weit über die Gesetze hinausgehen. (Wobei die meisten Gesetze usprünglich mal aus solchen Verhaltenskodizes entstanden sind.)
    Religion, egal welches Plakat sie sich umgebunden hat, sollte sich immer am Menschen orientieren. (Da sie das allzu oft nicht tut, gehört sie nicht in Schulen.) Selbst die Türkei als islamischer, aber säkularer Staat duldet in Bildungsanstalten keine religiösen Bekundungen.
    Bedürfnisorientierung, Verhaltensmaßstäbe, das Miteinander, das Reflexion des eigenes Tuns — solche Dinge zählen. Dafür ist die Einstellung zum Glauben absolut zweitrangig. Und: Kinder sind noch offen für Neues, sind neu- und wissensbegierig. (Negativ belegt, würde ich es formbar nennen.) Hier muss die Saat für eine bessere Welt gelegt werden. Man kann die offenen Kanäle und die Antennen nutzen — oder die Chance verstreichen lassen.

    Jedoch: Man kann dem Wahn nicht mit Logik begegnen. Und ich bin auch kein Berliner… wäre ich aber einer, wäre mein Votum klar.

  17. @Achter: Deine Mutmaßung, es handele sich um eine Satire, kommt, denke ich, leider nicht hin. Manu meint das so.
    In seinen FAQs steht:
    Darf man Nichtchristen den christlichen Glauben aufzwingen?
    Teilweise. Die Bibel sagt z.B. in 2. Korinther 5: 11 dass Menschen zum christlichen Glauben überredet werden, weil der Schrecken des Herrn bekannt ist. Da Christen die Strafgewalt Gottes durchaus kennen, wissen sie was denjenigen blüht, die ihr Leben ohne Gott leben. Deswegen ist es teilweise erforderlich, Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. Sobald jedoch eine gewisse Grenze erreicht ist, macht die Bibel aber ein Strich durch die Rechnung. Es muss für jeden Menschen die Möglichkeit geben, sich willentlich von Gott zu distanzieren (z.B. wegen Hebräer 6: 4-6).

    Und weiter:
    st es für jeden Christ verpflichtend zu missionieren?
    Grundsätzlich erstmal: Ja
    Die Bibel ist ganz deutlich in Bezug auf diese Frage:
    Markus 16: 15: Botschaft weitergeben aufgrund der Offenbarung Jesu Christi als Sohn Gottes
    Matthäus 28: 18-20: Botschaft weitergeben aufgrund der Gesetzeserfüllung und der Taufe
    2. Korinther 5: 11: Botschaft weitergeben aufgrund der Wissenheit um Gottes strafende Gerechtigkeit.

    Diverse Artikel, Dokumentationen u.ä. haben bereits auf die Gefahr hingewiesen, die von den Evangelikalen ausgeht. Solche Verbohrtheiten belegen aber auch immer wieder meine These.

  18. Pingback: Dich erwartet die Hölle « ADS/ADHS Chaos im Kopf

  19. Woher weiß denn Manulein, wie es in der Hölle ist?

    Dort müsste doch der weitaus interessantere Teil der Menschheit sein, und ein gemütliches Kaminfeuerchen ist ja auch nicht schlecht. Das mit den ewigen Qualen usw. haben die nämlich erfunden, damit ja nicht diese ganzen Glaubensfanatiker daherkommen und herumnerven. Die sollen in ihrem langweiligen Himmel bleiben. jajajaja, ich denke, so ist das.

  20. Und mittlerweile sind die Kommentare schleicht und ergreifend gelöscht… Honni soit qui mal i pense.

    Aber sie sind der Nachwelt erhalten.

    Ich bin so frei:

    # freidenker schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:09

    Ernst gemeinte Frage, wie Ihr darüber denkt:

    Was mich wundert: Homosexualität und Blutschande (Inzest) wird von Gott für abscheulich erachtet und damit wohl auch in die Hölle führen.

    Mit wem haben sich aber Kain und Abel, die Kinder von Adam und Eva, gepaart und vermehrt?

    Und nach der Sintflut überlebten nur Noah, seine Gattin, deren drei Söhne und deren Frauen. Keine Chance für eine nichtinzestuöse Beziehung….
    # Manu schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:13

    Ich habe in einem Vortrag mal die Antwort zu dieser Frage bekommen, aber leider habe ich die Antwort vergessen.
    Ich kann dir an dieser Stelle keine Antwort geben.
    # freidenker schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:31

    Ich würde gerne wissen, was DU darüber denkst, nicht, was in irgendeinem Vortrag kam…
    # Manu schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:32

    Ich gebe dir aber jetzt keine Antwort.
    # freidenker schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:36

    Das finde ich jetzt aber etwas armselig, muß ich sagen.
    # Manu schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:39

    Das kannst du finden wie du es möchtest ..
    # freidenker schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:44

    Warum willst Du nicht antworten?
    Ich finde das Thema interessant. Auch wenn ich ungläubig bin. Aber ich denke, wenn Du so einen starken Glauben hast, wirst Du doch so etwas beantworten können. Und wenn nicht, dann sei mir vielleicht die Frage gestattet, warum nicht. Ich wäre sogar mit der Antwort “Ich habe darüber noch nicht nachgedacht oder nachdenken müssen” zufrieden gewesen.
    # Manu schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:51

    Nein, ich gebe dir hierauf keine Antwort!
    # freidenker schreibt:
    April 16th, 2009 um 19:53

    Und warum nicht? Du bist jetzt bockig wie ein Kleinkind, das finde ich albern.

  21. @Conni: Interessante These. Die besten Parties finden eh meist im Untergrund statt.
    @Ulf: Es hat mich gewundert, dass er die Kommentare überhaupt veröffentlicht hat.
    @Elke: Ja, ich musste beim Schreiben des Wortes auch auf meine Tastatur aufpassen…

    Neulich, ich war gerade auf dem Weg nach draußen, trafen meine Jungs und ich zwei Bekehrer im Treppenhaus. “Dürfen wir mit Ihnen über Jesus reden?” Nein, dürfen Sie nicht. Die Frau unter den Bekehrern packte mich dann am Arm. (Ihr Glück, dass meine Kinderstube eine gute war.) Ich blickte in ihre Augen und sagte: “Wenn Sie uns jetzt bitte zum Satanistentreffen fahren lassen würden?” Die Hand löste sich, die Gesichtszüge entglitten, und wir konnten in Ruhe zum Einkaufen fahren.

  22. @ Kunstgriff, die Party findet bei mir statt, Conni, Ulf und ich haben schon ein Date in der Hölle, ich bring das Bier mit. Bist auch herzlich eingeladen!

  23. Gut, ich bringe noch was zum Grillen mit und einige Spiele. (Zitat: Satan saß in einer Ecke seines Büros und spielte mit einem Gameboy. “Stirb, du außerirdischer Abschaum”, rief er voller Inbrunst, während seine gehörnten Daumen auf der Tastatur hin und her hüpften.
    Aus: Eoin Colfer: Meg Finn und die Liste der vier Wünsche)

  24. “Wenn Sie uns jetzt bitte zum Satanistentreffen fahren lassen würden?” Die Hand löste sich, die Gesichtszüge entglitten…

    :lol:
    Der ist gut, muss ich mir merken. Bei mir gehts nie über ein “Sorry, geh weiter, ich bin Atheist” hinaus (zu aufdringlichen Mormonen mit amerikanischem Akzent, da ist ein Nest von denen in unserer Nachbarstadt)

  25. Übrigens ist mir letztes Jahr die erste Zeugin des Mofas untergekommen, die ihren Glauben auch als Patientin weiterzugeben versucht. Sonst ist mir das noch nie passiert.

    Typisches Gespräch:
    Sie: “Was wollen Sie denn so machen, wenn Sie ins Paradies kommen?”
    Ich: “Am Strand liegen und Kokosnüsse knacken.”

    Das war nicht so recht das, was sie hören wollte, und sie deckte mich mit Traktaten ein: http://weblog.hundeiker.de/item-845.html

  26. Noch ein schöner Artikel zum Beitrag:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30037/1.html

    [...]“Ethik für alle, Religion mobil

    Nehmen wir einmal an, der Ethik-Unterricht wäre ein Auto, dann würde dieser Wagen gemäß meinem Vorschlag auftanken beim jeweiligen Spiritual-Mobil, einer mobilen Tankstelle für fachreligiöse Fragen. Einmal voll tanken Konfuzianismus. Es gäbe christliche, muslimische und buddhistische und andere mobile Religionstankstellen: Papa-Mobil, Buddha-Mobil, Islamo-Mobil, Hindu-Mobil, Tao-Mobil…Treibstoff-Zulieferer Das Papa-Mobil beispielsweise liefert den Kraftstoff des Christentums. Wenn sich die Kirchen beim Namen nicht einigen könnten, kann der Zulieferer auch Ökumene-Mobil heißen. Was weiß ich? Solche Fragen und Kooperationen müssten die Religions-Anbieter untereinander ausmachen. Ich bin nur Journalistin und Ethik-Lehrerin und würde mich freuen über den religiösen Fach-Input.

    Kultstätten und Religionsinhalte, so stelle ich mir vor, würden auf diese Weise im Unterricht fachkundig erläutert. Außerschulische Lernorte, Hindu-Tempel etwa, Kirchen, Moscheen und Synagogen könnten sinnvoll mit einbezogen werden. Ich würde das lieben, so mit den Spezialanbietern ins Gespräch zu kommen. Ich würde es lieben, die Schüler so mit dem Wesen und den Inhalten der Religionsgemeinschaften zu konfrontieren.

    Ich würde es aber nicht gern sehen, wenn die Spezialanbieter den gesamten “Seelen-Unterricht” übernehmen und die Seelenleiste (Spezialjargon Schule für die Seelenfächer) wieder in Spezialclubs aufgliedern würden. Ich würde es nicht gut heißen, wenn allgemein-gesellschaftliche Fragen wie “Ist schwul ein Schimpfwort?” nur von einer religiösen Perspektive aus betrachtet würden.

    Ethik für alle. Im Spezialclub bekehren die Bekehrten die Bekehrten. Dieses Modell haben wir schon – außerhalb der Schule. Ich meine, man sollte etwas, das nur grad so eben rund läuft mit viel Kraftanstrengung, nicht einfach so in die Schule implementieren. Je mehr die Spezial-Anbieter religiöser Inhalte übereinander wissen, desto besser kann es laufen. Für diese allseitige Verständigung ist aber nur der Ethik-Unterricht die richtige Plattform. “Ethik für alle und Religion für alle” lautet daher mein Votum. Religion im Rahmen des Ethik-Unterrichts. Dafür bin ich. Und fürs geistige Tanken – etwa beim Papa-Mobil – einmal Spiritual-Spezial volltanken und dann weiterfahren zur nächsten Tankstelle.

    Übrigens haben die Religionen langfristig selbst dann verloren, wenn sie den Volksentscheid im April gewinnen. Weil sie nicht wahrhaftig sind, weil sie nicht an gesellschaftlicher Kommunikation, Austausch und Konsens interessiert sind, sondern an plumper Selbstbehauptung. Die christlichen Kirchen machen keinen schlanken Fuß, wenn sie von Freiheit reden, wo sie Bekenntnis meinen. Wieder einmal zeigt das Verhalten der Glaubensgemeinschaften, dass sie im Zweifel für den Glaubenskrieg eintreten, nicht für den Dialog. Keine gute Werbung.”

  27. Ich finde, die Einleitung trifft voll ins Schwarze.

    Man würde nicht den Kondomherstellern den Aufklärungsunterricht an Schulen überlassen. Man würde die Ernährungs-Erziehung an Schulen nicht dem Verband der Deutschen Schweinezüchter übertragen. Nicht ihm und auch nicht seinen Pressesprechern. Ebensowenig würde man die Schüler wählen lassen, ob sie lieber Informationen vom Verband der Super-Veganer oder von McDonald‘s erhalten. Beim Schulfach Religion aber soll so etwas gehen.

  28. Pingback: Heute in Berlin « Achter

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