Susi Neunmalklug erklärt die Welt

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Im Grunde finde ich es richtig, wenn auch Kinder mal in Bezug auf Religion als vernünftige Wesen dargestellt werden. Auch mein Sohn hält dieses Schöpfungsgelalle für ausgemachten Unsinn. Allerdings kenne ich auch religiöse Leute, die allein deswegen nicht unbedingt dumm sind.

32 Gedanken zu “Susi Neunmalklug erklärt die Welt

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  3. Was soll denn diese Aufrechnerei? Abgesehen davon, dass es beim Sternsingen und bei der Taufe nicht darum geht, über andere zu urteilen, dass sie dumm sind, macht die eine Infiltrierung die andere nicht besser. Es geht hier nicht darum zu kritisieren, dass Kinder in einer bestimmten Weise erzogen werden, das werden sie immer. Es geht um die Fälle in denen Kindern von der Unumstößlichkeit eines (egal welchen) Wissens erzogen werden.
    Ich habe die Befürchung, dass es in Deutschland mehr fundamentalistische Atheisten gibt, als Christen. Und nur um der Schublade vorzubeugen: Ich bin vorletzte Woche aus der Kirche ausgetreten.

  4. Es geht sehr wohl auch darum, daß Kinder infiltriert werden. Nämlich mit Aberglauben und Märchen. Und dein Verständnis von “Wissen” als etwas Unumstößliches zeigt, daß du schlichtweg keine Ahnung hast. Im Gegensatz zum dogmatischen “Glauben” der Kreationisten ist “Wissen” im Sinne von Wissenschaft prinzipiell falsifizierbar. Wenn also irgendetwas unumstößlich ist, dann ist es “Glaube” und nicht Wissen! Übrigens, den Weihnachtsmann gibt es auch nicht, wusstest Du das?

  5. auf http://hpd.de/node/6409 ist ja ein Interview mit den Machern zu finden. Da man da keine Kommentare abgeben kann mal hier: ;)

    Bei aller Sympathie für das Buch, aber ein paar Argumente hinken:

    Der christliche Schöpfergott, also der Gott des AT, war ja kein gütiger Gott.

    Warum sollte “Böses” auf Erden der Existenz Gottes widersprechen? Wenn Gott allmächtig ist und allwissend, evtl. sind ja nur die Menschen zu doof den Sinn darin zu erkennen etc.
    Und was bitteschön ist “böse” daran, wenn ein Löwe ein Schaf reisst? Abgesehen davon ist es völlig “taktlos” das mit Auschwitz in einen Satz zu packen.

  6. Klasse Einstellung, da macht das Diskutieren so richtig Spaß.

    Alternativ hättest du jetzt auch auf den Inhalt des Satzes eingehen können und nicht an der Form rumeiern!
    –>”Im Gegensatz zum dogmatischen “Glauben” der Kreationisten ist “Wissen” im Sinne von Wissenschaft prinzipiell falsifizierbar. “

  7. Tut mir echt leid, Achter, aber das mache ich nicht in einer kommunikativen Situatution, die (so wie im Film) schon vorab festgelegt haben wie die Dinge stehen (widerspricht im Übrigen auch dem Falsifikationsprinzip).

  8. @mojamalarevolucja:
    Sorry, wenn ich Dir jetzt zu nahe trete, aber ich habe den Eindruck, Du hast den Satz noch nicht verstanden: WISSEN ist prinzipiell falsifizierbar. Nicht eine persönliche Meinung, die angeblich vorab festgelegt ist. Eine Meinung bleibt was Persönliches. Die muss nicht falsifizierbar sein, weil es letztendlich bei Meinungen kein richtig oder falsch gibt. Höchstens plausibel und unplausibel. Das ist aber etwas anderes.

  9. @tigger
    Danke für den Grundkurs Wissenschaftsforschung, aber das ist (d)eine Definition von Wissen, die lasse ich dir auch gerne, aber anstatt mir deine aufzuzwingen wäre es toll, wenn du einfach mal versuchst meine zu verstehen (die im Übrigen nicht ich alleine verwende, sondern halbwegs identisch ist mit der vieler poststrukturalistischer Strömungen), es gibt nämlich keine “richtigen” Begriffe. Falls es aus dem Kontext nicht herausgehen sollte, in meinem Blog stehen relativ genaue Beschreibungen, wie sie zu verstehen sind.
    Und um zum Thema zurück zu kommen: Märchen und Aberglaube sind in meinen Augen keine sachlichen sondern klar despektive Beschreibungen, die einem Sachverhalt seinen Wahrheitswert absprechen. Die Existenz Gottes ist nicht belegbar (braucht sie auch nicht sein), sie ist aber vor allem auch nicht falsifizierbar. Sie als falsch zu beschreiben (und genau das macht man, wenn man sie als Aberglaube und Märchen bezeichnet), widerspricht dem Falsifikationsprinzip und ist somit ebeneso eine absolute Aussage wie “Es gibt Gott”. Ich lehne allerdings jegliche Dogmata ab, ob sie meinem Geschmack widersprechen oder nicht.
    Das Video stellt den Glauben an eine göttliche Schöpfung als dumm dar. Mit Wissenschaftlichkeit hat das überhaupt nichts zu tun und ich finde es umso schlimmer, dass man bewusst solche Aussagen von Kindern machen lässt (und um einer sinnlosen Aufrechnerei vorzugreifen: Ja, eine fundamentalistische Erziehung, die Kindern vermittelt, es gäbe faktisches Wissen, finde ich immer unverantwortlich, unabhängig davon ob sie christlich, ptolomäisch, darwinistisch oder marxistisch ist)

    Aber stimmt ja, ich habe einfach keine Ahnung. Hätte ich das nur vorher gewusst. Gut, dass es so einfache Antworten auf die komplexesten Fragen dieser Welt gibt.

  10. [...]aber das ist (d)eine Definition von Wissen, die lasse ich dir auch gerne, aber anstatt mir deine aufzuzwingen wäre es toll, wenn du einfach mal versuchst meine zu verstehen[...]

    Zur Definition “Wissen”: Es geht nicht darum, Dir eine bestimmte Definition “aufzuzwingen”, sondern darum, doch bitte die richtige Definition zu verwenden (ungeachtet der anderen möglichen die es noch gibt). Und die richtige in diesem Fall (Evolutionstheorie) ist nunmal die im Kontext von Wissenschaft.

    Die Existenz Gottes ist nicht belegbar (braucht sie auch nicht sein), sie ist aber vor allem auch nicht falsifizierbar. Sie als falsch zu beschreiben (und genau das macht man, wenn man sie als Aberglaube und Märchen bezeichnet)

    Um genau zu sein wurde nicht der Glaube an die Existenz Gottes als Aberglaube und Märchen bezeichnet sondern der wortwörtliche Glaube an die Schöpfungsgeschichte (Kreationismus). Und diese ist tatsächlich ziemlich albern und verdient meinen Respekt nicht. Viele “aufgeklärte” Christen sehen die Genesis als Metapher, das ist etwas anderes.

    (und um einer sinnlosen Aufrechnerei vorzugreifen: Ja, eine fundamentalistische Erziehung, die Kindern vermittelt, es gäbe faktisches Wissen, finde ich immer unverantwortlich, unabhängig davon ob sie christlich, ptolomäisch, darwinistisch oder marxistisch ist)

    Da sind wir im Prinzip der gleichen Meinung. Kinder mit religiösen oder politischen Idealen und Dogmen zu indoktrinieren ist unverantwortlich, Kinder lernen von selber am Vorbild der Eltern (und später in der peer-group). Ich bin allerdings davon überzeugt, daß wenn man Kinder NICHT religiös indoktriniert, diese auch nicht von selber auf solche kruden Vorstellungen a la Genesis kommen.

  11. “Zur Definition “Wissen”: Es geht nicht darum, Dir eine bestimmte Definition “aufzuzwingen”, sondern darum, doch bitte die richtige Definition zu verwenden (ungeachtet der anderen möglichen die es noch gibt). Und die richtige in diesem Fall (Evolutionstheorie) ist nunmal die im Kontext von Wissenschaft.”

    Ich weiß nicht, ob ich das komisch oder einfach nur widersprüchlich finden soll. Für Wissen (wie für jedes andere Wort) gibt es keine “richtige” Definition. Es gibt auch keine “in diesem Fall (Evlutionstheorie)” richtige Definition, welche “die im Kontext von Wissenschaft” angewandte ist (Der Poststrukturalismus ist auch ein Wissenschaftsbereich und ein mit Verlaub sehr populärer – davon abgesehen hat weder Luhmann, noch Popper, noch Habermas, noch Einstein u.v.m. Wissen so verwendet wie du es gerne “der Wissenschaft” attestieren möchtest).

    “Um genau zu sein wurde nicht der Glaube an die Existenz Gottes als Aberglaube und Märchen bezeichnet sondern der wortwörtliche Glaube an die Schöpfungsgeschichte (Kreationismus).”

    Dann schau dir nochmal den Film genauer an. Einerseits geht es um die Schöpfungsgeschichte (kaum ein Lehrer in Deutschland, selbst auf christlichen Schulen, würde versuchen Kinder die Schöpfungsgeschichte anders als metaphorisch beibringen), andererseits geht es aber um die grundlegende Schöpfung der “Ursuppe” durch Gott. Letzteres wird mittels des Prinzips “Fressen und gefressen werden” versucht zu widerlegen. Leibnitz hat bereits vor hunderten von Jahren ein Prinzip aufgestellt mit dem ein solches Argument seiner logischen Grundlage vollkommen entzogen wird (sicher, wenn man das nicht kennt oder nicht soweit denkt, dann argumentiert man eben so wie im Video, bzw. lässt Kinder so argumentieren) . Es gibt durchaus viele Wissenschaftler, die sich auf ein metaphysisches Äußeres beziehen, weil sie mit ihren Forschungen an Grenzen stoßen, die sie nicht erklären können. Naturkonstanten und die Frage nach der Herkunft der Substanz ist eine solche Frage. Man kann Kindern natürlich erzählen, dass die Antwort darauf der Urknall ist, mit Wissenschaft hat das allerdings recht wenig zu tun, denn die Frage, was vor dem Urknall war, wie es dazu kam, woher Masse kam, wenn es sie gab, ist nach wie vor ungeklärt. Metaphysik hat ihren Namen nicht umsonst. Sie gibt Aussagen über die Physik hinaus. Das ist alles nicht beweisbar, aber der Witz ist: Mit Ausnahmen einiger radikaler Kreationisten behauptet das auch niemand (selbst im Film wird das nicht behauptet). Und wie gesagt: Die Annahme ein metaphysisches Wesen habe die Ursuppe geschaffen als dumm darzustellen, diskreditiert sich sehr wohl selbst, da eine solche Aussage voraussetzen würde, dass man ein Wissen über wahre Vorgänge besitzt. Das ist nicht der Fall, es sei den man ist fundamentalistischer Atheist (was offensichtlich bei den Autoren des Videos zutrifft).

    “Ich bin allerdings davon überzeugt, daß wenn man Kinder NICHT religiös indoktriniert, diese auch nicht von selber auf solche kruden Vorstellungen a la Genesis kommen.”

    Aha, das ist ja eine seltsame Theorie. Was glaubst du denn, wie der christliche Glauben sonst entstanden ist, wenn ihn nicht ein Mensch irgendwann “erfunden” hat? Göttliche Eingebung? Bist du am Ende doch Kreationist?
    Ich habe vor einiger Zeit einen Ansatz zu freiheitlicher Erziehung geschrieben, den du hier ( http://mojamalarevolucja.wordpress.com/2008/12/14/ein-prinzip-freiheitlicher-erziehung/ ) nachlesen kannst. Kindern beizubringen, dass die Idee eines metaphysischen Wesens “dumm” ist, ist exakt die gleiche Indoktrinierung wie ihnen beizubringen, dass es “dumm” sei zu glauben, wir würden vom Affen abstammen. Das Falsifikationsprinzip besagt, dass es keine dummen Aussagen gibt, sondern nur die Dummheit, man würde über sicheres Wissen verfügen. Und genau das tut man, wenn man religiöse Überzeugungen pauschal beleidigt (zumal auf so flache Weise, in einem derart konstruierten Kontext und von einem Kind, dass den Text abspricht, der von einem Erwachsenen verfasst wurde).

    edit admin: Ich habe mir erlaubt, zitate wegen der besseren lesbarkeit kenntlich zu machen, ich hoffe mojamalarevolucja ist einverstanden

  12. Zum ersten weiß ich nicht wie ich es anstellen soll, die Bedeutung des Begriffs “Wissen” als nicht-absolut darzustellen. Kannst du nicht lesen? Daher zum drittenmal: Wissen ist nicht absolut, sondern im wissenschaftlichen Sinn falsifizierbar. Im Gegensatz dazu das Dogma, in diesem Fall religiös-kreationistisch.

    Zum zweiten finde ich es wesentlich verwerflicher, Kinder mit dogmatischem Gesülze vollzuschwallen als dem Erkenntnisstand der Wissenschaft nahezubringen. Bei aller Kritik an der Vereinfachung des Themas in diesem Clip ist mir das Mädchen tausendmal sympathischer als Sternsinger, die mir an der Haustür was von Balthasar erzählen.

    dass die Idee eines metaphysischen Wesens “dumm” ist, ist exakt die gleiche Indoktrinierung wie ihnen beizubringen, dass es “dumm” sei zu glauben, wir würden vom Affen abstammen.

    Das ist Relativismus. Die Ansicht, daß es es vom wissenschaftlichen Standpunkt her unredlich sei, von einer absoluten Gewissheit der Nicht-Existenz eines Gottes (aka Zeus, Odin, Spaghettimonster etc.) zu sprechen, macht die E.T. gegenüber kreationösem Wunderglauben nicht gleich wahrscheinlich. Albern.
    —————————-
    Nachtrag: ein Teil deiner Kritik ist auch der Begriff “dumm” im Zusammenhang mit Glauben. Mir erscheint das auch unpassend. Es gibt intelligente Leute, die an einen Gott glauben (wollen) und es gibt recht einfach gestrickte Leute, die Atheisten sind. Das ist in der Tat auch aus meiner Sicht zu einseitig.

  13. Ich finde, man kann hier noch den Begriff Nachprüfbarkeit verwenden. Wissen (im Sinne der Wissenschaft) ist grundsätzlich nachprüfbar. Was gleichzeitig bedeutet, dass sich Wissen prinzipiell ändern kann. Auch die Evolutionstheorie ist nachprüfbar, am besten mit Organismen, die eine hohe Reproduktionsrate haben. Ein Beispiel sind Bakterien, die im Laufe der Zeit Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. Oder die Züchtung von Hunden.

    Glaube, egal welcher, ist nicht nachprüfbar (und auch nicht falsifizierbar), unabhängig von Überprüfungsmethoden. Er war es nie und wird es nie sein. Das macht den Unterschied zwischen Doktrin und Wissenschaft aus. Und das macht die Evolutionstheorie wahrscheinlicher als die Schöpfungsgeschichte.

    Ich gebe mojamalarevolucja Recht, dass Beschimpfungen wie “dumm” überflüssig und nicht gerechtfertigt sind.

    Ebenso kann man sagen, dass der Urknall eher mit einem Glauben vergleichbar ist als die Evolutionstheorie. Denn kein Wissenschaftler kann die Frage beantworten, was vor dem Urknall war, warum er zustande kam etc. Er ist die vor dem Hintergrund moderner Wissenschaft wahrscheinlichste Variante. Und dennoch wahrscheinlicher als die Schöpfung, aber genauso nicht bewiesen.

  14. Grundsätzlich bin ich in “Glaubens”-Fragen gegen relativistische Standpunkte. Wenn man davon ausgeht, daß die “Schöpfung” allein deshalb schon wahrscheinlich bzw. möglich ist, weil die Urknalltheorie nicht bewiesen ist, ist buchstäblich alles andere auch möglich und wir sind tief in esoterischen Weltbildern. Ich bin tolerant genug, um den Glauben Anderer an eine “höhere Macht” zu akzeptieren, wenn ich ihn auch nicht zwingend als eine herausragende menschliche Eigenschaft respektiere. Bei Schwurbeleien wie “in 6 Tagen die Welt erschaffen” hört der Spass allerdings auf (oder fängt an, je nachdem… ;) )

  15. “Daher zum drittenmal: Wissen ist nicht absolut, sondern im wissenschaftlichen Sinn falsifizierbar. ”

    Möglicherweise hast du etwas nicht gelesen. Ich habe geschrieben, dass du da einen Wissensbegriff benutzt und ich einen anderen, Punkt. Möglicherweise hast du, der du mehrfach das Falsifikationsprinzip anführst, wenig vom Urheber der Wissenschaftstheorie gelesen, der korrigierende Sätze wie “Wissen ist…” in seiner Grundform als unwissenschaftlich kritisiert, da die Wissenschaft nach Popper kein System von Begriffen, sondern eines von Sätzen ist (und somit von Konventionen und nicht von Substanzen). Daher nochmal die Aufforderung – falls du ein Interesse daran haben solltest, zu verstehen, was ich gemeint habe – den Begriff, so wie ich ihn verwendet habe, zu akzeptieren, anstatt mir erzählen zu wollen, was der Begriff “wirklich” bedeutet. Ich schreibe dir auch nicht vor meine Form zu verwenden. Es geht hier ums Verstehen und nicht um Besserwissen.

    “Zum zweiten finde ich es wesentlich verwerflicher, Kinder mit dogmatischem Gesülze vollzuschwallen als dem Erkenntnisstand der Wissenschaft nahezubringen.”

    Wir schweifen da vom Thema ab. Hier wurde der Film diskutiert und dort wird Kindern nicht der Erkenntnisstand der Wissenschaft nahegebracht (der wäre: wir verfügen über keine klare Erkenntnis), sondern, dass der Glauben an ein metaphysisches Wesen dumm ist. Sternensinger erzählen dir übrigens für gewöhnlich nicht, dass du dumm bist, weil du an Gott glaubst, aber gut, mir ist relativ gleichgültig, ob du eher eine Präferenz für christliche oder szientistische Fundamentalisten hast.

    “Das ist Relativismus. Die Ansicht, daß es es vom wissenschaftlichen Standpunkt her unredlich sei, von einer absoluten Gewissheit der Nicht-Existenz eines Gottes (aka Zeus, Odin, Spaghettimonster etc.) zu sprechen, macht die E.T. gegenüber kreationösem Wunderglauben nicht gleich wahrscheinlich.”

    Und hier scheinst du mich vollkommen falsch verstanden zu haben. Ich habe nicht die Evolutionstheorie mit fundamentalistischen Kreationismus gleichgesetzt, sondern die Evolutionstheorie (die Evolutionstheorie ist wegen XYZ wahrscheinlich) mit der Schöpfungsgeschichte (die Schöpfungsgeschichte ist wegen ABC wahrscheinlich) und fundamentalistischen Szientizismus (die Evolutionstheorie ist richtig!) mit fundamentalistischen Kreationismus (die Schöpfungsgeschichte ist richtig!) gleichgesetzt.
    (Nur als Randbemerkung: es gibt nicht EINEN Kreationismus – du scheinst dich auf die v.a. in den Staaten herrschende Bewegung zu beziehen, die die Schöpfung der Welt auf etwa 6000 Jahre vor Christus datiert, Kreationismus kann daneben aber auch den Glauben meinen, dass hinter unserer Existenz im Allgemeinen (ein) Gott steht; dazwischen oszilieren weitere Positionen)
    Du wirst wenig ernstzunehmende Wissenschaftlan finden, die die Position verteidigen, dass es keinen Gott gibt, geschweige denn, dass der Glaube an Gott “dumm” sei. Mit Relativismus hat das nichts zu tun, sondern mit Einhaltung des Prinzips, dass eine Aussage, solange ich sie nicht widerlegen kann, ich ihr einen potenziellen Wahrheitsgehalt beimesse.
    Dass der Großteil der Wissenschaft sich trotz der scheinbaren Gleichwertigkeit der Thesen vor allem mit der Evolutionstheorie beschäftigt, hat einen einfachen Grund, nämlich weil sie 1. unter unseren heutigen Gesichtspunkten plausibler und logischer erscheint und weil sie 2. eine funktionale Anwendung findet. Die Schöpfungsgeschichte erscheint uns dagegen kaum prüfbar, sogar widersprüchlich (prähistorische Forschung). Widerlegbar ist sie (mit Ausnahmen s.u.) nicht, braucht sie auch gar nicht sein, weil sich die moderne Wissenschaft im Gegensatz zum platonischen (und zum Teil auch aristotelischen) Schema nicht mehr für die Entdeckung von Wahrheit interessiert, sondern für die Schlüssigkeit und Funktionalität von Thesen mit einem hohen Bezug zu dem, was wir als Realität von der Metaphysik abgrenzen. Deswegen greift die Wissenschaft fundamentalistische Aussagen (Aussagen die beanspruchen absoluten Wahrheitsgehalt zu haben) an und genau deswegen kann sie die Schöpfungsgeschichte als eine nach dem Stand des heutigen Wissens widersprüchliche Geschichte neben anderen Geschichten akzeptieren, ohne sie als falsch oder idiotisch darzustellen, d.h. ohne moralisch über sie zu urteilen und ohne in irgendeinen Relativismus zu verfallen. Lies also bitte nochmal, was ich hier gleichsetze, nämlich eben nicht Metaphysik und Physik, sondern zwei Thesen, die zur Falsifikation ausstehen.

    Was den Schöpfungsmythos betrifft, so kann man diesen z.B. durch die Existenz prähistorischen Lebens widerlegen und ich würde behaupten, dass man die deutschen Lehrkräfte, die Kindern die Schöpfungsgeschichte als Wahrheit verkaufen wollen, an einer Hand abzählen lassen (andernfalls würden sie relativ schnell Probleme mit der Schulaufsichtsbehörde bekommen, die ebenso aktiv wird, wenn ein Lehrer versucht, den Schülern eine konkrete politische Richtung nahezulegen). Allein deswegen ist das Szenario des Video schon deplaziert. Aber es geht ja noch weiter und vor allem um das zweite Beispiel, bzw. die Annahme ein göttlichen Wesen würde die Ursuppe bereit gestellt haben. Die lässt sich nicht widerlegen und auch das hat einen einfachen Grund: Es handelt sich um Metaphysik. Die Physik (und nichts andere ist die Big Bang Theorie) beschäftigt sich mit diesem Bereich prinzipiell überhaupt nicht, es sind zwei unterschiedliche Bereiche, die sich bestenfalls irrtümlicherweise überkreuzen können (so geschehen im Video). Es ist kein Wunder, dass sich unter den großen Urknalltheoretiker sowohl Agnostiker (Stephen Hawking), als auch Theisten (Georges Lemaitre) und vermutlich auch Atheisten (wobei mir kein namhafter Atheist einfällt) befinden oder befanden. Es handelt sich schlicht um eine andere Thematik und da kann man noch so oft sagen, es handele sich in dem Film nur um eine Vereinfachung: Hier wird Kindern suggeriert man könne von einem wissenschaftlichen Standpunkt die Existenz Gottes widerlegen, was rechtfertigt Christen, die an eine Stiftung der Welt durch Gott glauben, als dumm darzustellen. Mein Punkt, den ich nun wirklich ausgiebig und oft genug dargelegt habe, war, dass das Video ein pädagogisches Unding ist, eine Instrumentalisierung von Kindern und eine Beleidigung von religiösen Ansichten. Relativismus nenne ich es, diesem (wie du sagst) “unpassenden” Vorgehen Vergleiche mit ähnlichen Undingen innerhalb des christlichen Glaubens entgegen zu bringen, anstatt beim Thema zu bleiben. Und weil ich keine Lust habe, mir hier weiter fehlende Ahnung unterstellen bzw. meine Argumentation als albern bezeichnen zu lassen, ziehe ich mich aus diesem Blog zurück.

  16. >>Wenn man davon ausgeht, daß die “Schöpfung” allein deshalb schon wahrscheinlich bzw. möglich ist, weil die Urknalltheorie nicht bewiesen ist, ist buchstäblich alles andere auch möglich und wir sind tief in esoterischen Weltbildern.<<
    Ja, sicher. So würde ich auch nie argumentieren. Das ist Willkür. Ich meine nur, dass die Evolutionstheorie eigentlich keine “Theorie” ist, während bei der Urknalltheorie eine gewisse Restunsicherheit bleibt, so dass sie ihrem Namen eher Ehre macht.

  17. [...]meine Argumentation als albern bezeichnen zu lassen, ziehe ich mich aus diesem Blog zurück.

    Och schade. Was soll ich davon jetzt halten? Dein name-dropping und deine filosofischen Verbiegungen und Sprachspiele sind gerade erst interessant geworden. Und in einzelnen Punkten hast du ja vielleicht sogar recht. Aber naja, wenn du meinst…

    Edit/Nachtrag zum Thema Sprachspiele (muß jetzt nicht unbedingt was mit dieser Diskussion zu tun haben):
    http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=199

  18. Zum Thema Kreationismus in Schulen:
    http://ungenannter.wordpress.com/2009/02/22/der-trend-zum-kreationismus-ist-ungebrochen/
    re-re-Zitat:“Kreationistisches Denken ist gleichzeitig auch antiwissenschaftliches Denken und die Aufgabe der Universität ist natürlich, Wissenschaft zu vermitteln, insofern ist Kreationismus schädlich und muss auch intensiv bedacht und angegangen werden. Es ist ja so, dass Kreationisten vielfach von sich selber behaupten, sie würden Wissenschaft betreiben. Wenn man aber genauer hinschaut, ist es alles andere als Wissenschaft. Es ist Pseudowissenschaft.”

  19. “Und weil ich keine Lust habe, mir hier weiter fehlende Ahnung unterstellen bzw. meine Argumentation als albern bezeichnen zu lassen, ziehe ich mich aus diesem Blog zurück.”

    Wäre schade

  20. @Bernd,

    ich vermute mal, daß m. gerne eine hoch- bis höchstniveauvolle Diskussion sucht, über die Bedeutung von Begriffen und schwere Worte. Damit kann ich hier leider nicht dienen, zum einen, weil mein Belesenheitsstatus ein anderer (geringerer) zu sein scheint und zum anderen weil das Thema “kreationistische Gehirnwäsche bei Kids” samt “Dagegen”-Video imho klar und deutlich auf den Punkt gebracht gehört. Ich denke da einfach etwas primitiver.

  21. Ich hab das nicht so empfunden, dass M…. einfach nur hochtrabend diskutieren möchte und möglichst viel um Begrifflichkeiten. Sie hat für mich einfach eine differenzierte, aber auch fundierte, Argumentation.

    Ich selbst bin auch gegen reines “Studi-Kauderwelsch”, empfand das aber hier nur so, dass M… eben belesen ist. Und wie Susi ja zeigen soll, Bildung ist keine Schande, die man verstecken muss ;)

  22. Hier wird über das Filmchen auch diskutiert:

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/02/susi-neunmalklug-erklart-die-welt.php

    Ich lese dort gerade quer und bin begeistert über Florian Freistetters Diskussionsstil. Er hebelt einiges an Scheinargumenten aus, ein Lehrstück in Sachen Argumentation auch für mich (die Thematik ist ähnlich wie hier). Wenn ich heute abend noch Lust auf diesen Thread hier habe, werde ich M.´s letzten Kommentar daraufhin beantworten. Oder auch nicht, mal sehen…

  23. Eine Anmerkung: m.’s letzter Kommentar war für mich nicht sichtbar, als ich meinen letzten Kommentar schrieb. Deshalb jetzt eine kurze Antwort dazu. Ansonsten gehöre ich ebenso zu den weniger Belesenen auf dem Gebiet Philosophie, geschweige denn dass ich Philosophie studiert habe. Trotzdem habe ich auch meine Gedanken dazu.

    >>Deswegen greift die Wissenschaft fundamentalistische Aussagen (Aussagen die beanspruchen absoluten Wahrheitsgehalt zu haben) an und genau deswegen kann sie die Schöpfungsgeschichte als eine nach dem Stand des heutigen Wissens widersprüchliche Geschichte neben anderen Geschichten akzeptieren, ohne sie als falsch oder idiotisch darzustellen, d.h. ohne moralisch über sie zu urteilen und ohne in irgendeinen Relativismus zu verfallen.<< (m.)
    Ich sehe darin einen Widerspruch. Denn die Negierung eines absoluten Wahrheitsanspruches (“Alles ist relativ. Es gibt keine absolute Wahrheit.”) ist aus meiner Sicht Relativismus. Den absoluten Wahrheitsanspruch haben Vertreter beider Theorien, die Kirche einerseits, einige (aber nicht alle) Wissenschaftler andererseits. Somit stehen sich beide Theorien konträr gegenüber, denn die Anerkennung der einen Theorie schließt die andere aus. Aus meiner Sicht ist eine “friedliche Koexistenz” beider Theorien nicht möglich. (Beleidigungen sind dennoch überflüssig.)

  24. da meine erste antwort wohl untergegangen ist wegen den links, hier noch einmal, links sind diesmal aber mit ein paar “_” verändert, bitte wegmachen!
    (falls aber meine erste antwort doch angekommen ist, bitte diesen post komplett löschen) * danke *

    Hi FOLKs,
    habe eine interessante internet-seite wieder gefunden oder besser gesagt, das froum was ich schon lange gesucht habe! :-)
    der foreninhaber scheint in einem langen langen urlaub zu sein, aber das spielt keine Rolle!

    ein “Indigo” :-) und jemand namens “***” haben da ziemlich gut diese ursuppenUNDevolutionstheorien widersprochen!
    selbst die härtesten skeptiker sind da weich geworden! b.z.w., die sagen nichts mehr! mundtot!

    wäre das nichts für euch? ich habe leider nicht so viel ahnung davon!
    hier, die links, sind aber nicht alle und bestimmt nicht sortiert!
    namen der beiden wie schon erwähnt, Indigo & ***!

    h_t_t_p_:_/_/_w_w_w_.****

    ht_t_p:_/_/_w_w_w.****

    h_tt_p_:_/_/_w_w_w_.****

    h_ttp_:_/_/_w_w_w_._****

    die ersten paar threads im evolutionsforum da ist voll von den beiden!

    wollt ihr diesem “Indigo-Kind” nicht mal zeigen, wo der hase lang läuft?!

    Gruss
    Ein Freund

    (links gelöscht, admin)

  25. @EinFreund,

    1. Wären wir Freunde, wüßte ich davon
    2. Deine Links führen auf ein kleines und unbedeutendes Forum, dessen Betreiber möglicherweise psychisch krank ist. Ich betreibe hier kein Kuriositätenkabinett auf Kosten Kranker. Deshalb gelöscht.
    3. Ein “Skeptiker”, der sich von einem Indigo-Esotter “weich” machen läßt, tststs…
    4. Das hier ist der falsche Thread. Schau wieder mal vorbei, wenn es hier einen Thread gibt mit dem Titel: Platz für inhaltslose Kommentare, überflüssige Links und Einladungen zu komischen Diskussionen in Bezug auf esoterisches Gesülze im Internet.
    5. Weitere Spekulationen über den Zweck deines Postings behalte ich für mich.

    Grüße,
    Achter

    Nachtrag: Ich habe heute weder Zeit noch Lust mich auf eine Diskussion mit Indigioten oder “Freunden” einzulassen. Und sooo plump schon gar nicht… ;)

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