Wenn alles gut geht sind am 27. September 2009 die nächsten Bundestagswahlen. Ok,ok, ich bin mit dem Thema etwas früh, aber lieber zu früh als nie, oder? Ehrlich gesagt fang ich deshalb schon damit an, weil ich ziemlich unsicher bin. Was und wen soll ich wählen, wohin wird in etwa zehn Monaten mein Kreuzchen gehen?
Es gelingt mir auch diesmal nicht, mit vollem obamaanhängermäßigem Enthusiasmus ein bestimmtes Parteifähnlein zu schwenken, ich finde einfach zu viele Haare in den einzelnen roten, grünen, schwarzen und gelben Lügensuppen…
Und nicht wählen? Nein, das isses auch nicht!
Hat wer ´nen Tipp?
P.S.: Neue Blog-Kategorie: Politik
Ich werd Dir hier bestimmt nicht erzählen, wen und was ich wähle. Du spionierst doch gebs zu
. Aber schwierig wird es wie immer! Nicht wählen, sehe ich wie Du ist keine Option, die Möglichkeit der Einflussnahme die wir haben, sollten wir auch nutzen!
Meine Eltern haben immer das Gleiche gewählt, die sind ihrer “Richtung” treu geblieben, aber da gabs eben auch nur drei Parteien. Nicht daß eine der beiden dazugekommenen Parteien heutzutage ne echte Option wären, ich halte sie für völlig überflüssig…
Irgendwo im Netz muss es einen “Wahl-o-Mat” geben. Der kann einem vielleicht bei der Entscheidungsfindung helfen. Ob’s jetzt schon einen für die Bundestagswahl gibt, weiß ich nicht. Ich hab nichts gefunden, hab aber auch nur kurz danach gesucht.
Ah richtig, sowas gabs bei der letzten Bundestagswahl, ich erinnere mich.
Ach ja, hier kannst Du Dich über die Parteiprogramme informieren.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/447712?inPopup=true
Beim Wahl-O-Mat scheint es gerade juristische Probleme zu geben. Ob das auch die Bundestagswahl betrifft?
Das ist interessant, wissenblick, danke.
Der Wahl-O-Mat ist ein “Angebot politischer Bildung” und muß deshalb gewisse Regeln berücksichtigen. Daß das so ernst genommen wird, wußte ich nicht, für mich war der Wahl-O-Mat bisher eher ein Witz, ähnlich wie der einseitig manipulative grün-o-mat
Du hast bestimmt ein Thema, das Dir besonders am Herzen liegt.
Wähle eine Partei, die Dein Top-Thema (oder Deine Top-Themen) so vertritt, wie Du es möchtest. Gelogen wird überall, aber besonders in der Politik ist das sehr abstoßend, auch wenn versucht wird, das dann als “Diplomatie” zu bemänteln. Das ist aber nicht dasselbe. Moralische Integrität ist für mich deshalb auch ein Kriterium, wie für Dich offenbar auch. Ich versuche, das “kleinste Übel” zu wählen (auch wenn ich in manchen Punkten dann völlig anderer Meinung bin wie die Partei). Nichtwählen ist, finde ich, keine Alternative.
Meine eigene politische Einstellung hat sich über die Jahre sehr gewandelt. Beziehungsweise, die Prioritäten sind andere geworden, jetzt nochmal durch das Kind. Meine Wahlentscheidung hat jetzt einen Horizont über das eigene Leben hinaus. Aus dieser Perspektive gibt es einige Programmpunkte, die für mich eine Partei dann auch unwählbar machen.
Ein Thema das mir besonders am Herzen liegt wäre z.B. das:
http://forum.esowatch.com/index.php?topic=608.0
>Meine Wahlentscheidung hat jetzt einen Horizont über das eigene Leben hinaus.<
Diese Einstellung finde ich sehr “reif” (das meine ich nicht ironisch oder irgendwie negativ). Viele haben diesen Horizont nämlich nicht und sind in dieser Hinsicht viel zu egozentrisch. Nicht zuletzt auch ein Grund, warum extreme Parteien (rechts wie links) so viel Zuspruch erhalten.
Ich habe IMMER nach meinen eigenen Kriterien gewählt. Letztendlich ist jede Wahlentscheidung “egoistisch”, sonst könnte man seine Stimme ja auch verschenken. Selbst wenn “höhere Horizonte” berücksichtigt werden, sind es immer noch die EIGENEN Horizonte.
Hm, ich habe eigentlich immer versucht, die Partei zu wählen, die die sinnvollste Politik macht (also, was ich als die sinnvollste ansehe). Denn das gesamte System muss laufen, sonst hat keiner was davon. Als “Verschenken meiner Stimme” habe ich das nie angesehen, sondern eher als wichtigen Beitrag für eine möglichst gute und sinnvolle Entwicklung.
Ich war allerdings auch nie wirklich unzufrieden mit meiner Situation. Und ich kann mir vorstellen, dass jemand, der unzufrieden ist und dafür der Politik die Schuld gibt, auch eine Partei wählen wird, die am ehesten diesen Zustand ändern könnte. Somit schaut er zu allererst auf sich, was ich auch verstehen kann.
>(also, was ich als die sinnvollste ansehe)
Also was DU für das Sinnvollste ansiehst, ist das Sinnvollste im Sinne eines Vorteils von entweder dir oder deinen Werten, letztendlich also auch “egoistisch”. So meinte ich das, aber da bin ich vielleicht ein Wortklauber
Ja, bist Du
. Ich weiß, wie Du’s meinst, würde das aber nicht als egoistisch bezeichnen. Die Wählerstimme ist ja dazu da, eigene Wertvorstellungen durchsetzen zu wollen. Sonst könnte man sie wirklich verschenken.
>Ja, bist Du
Danke für die Blumen
Aber ich bin lieber ein Wortklauber als daß ich es zulassen würde, daß auf meinem privaten Blog mißverständliche Sätze unkommentiert stehen bleiben. Es irrt viel zuviel debiles Pack im Netz rum, die legen alles aus wie sie grad wollen…
War auch nicht bös gemeint.
Keine der sogenannten Parteien ist wählbar.
Warum die “Grünen” für Bildungspolitik stehen sollen ist mir unklar, vielleicht weil so viele Lehrer da mitmachen? Oder weil man Kinder mit Zukunftsängsten besonders gut beeinflussen kann?
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Tatsächlich kann man “nur” den kleinsten Haufen Schei*** wählen. Und ja, lieher Achter, man kann in jeder Parteisuppe mindestens ein Haar finden. Ich war mal, vor vielen Jahren, Juso. Aktiv in der Kommunalpolitik. Es stand ein Kulturfest an, eine Band aus Hessen wäre bereit gewesen, gegen Erstattung der Unkosten (Anreise, Übernachtung & Verpflegung) umsosnst aufzutreten. Der “Haken”: Die Kombo war gemischt, v.a. sog. Schwarzafrikaner, die einen unglaublich mitreißenden Rhythmus abgeliefert haben. Trotz Anschauungsmaterials (Video) lehnte die Mutterpartei ab — “Für Bimbos geben wir kein Geld aus. Unentgeldlich, oder die bleiben weg.” Vier von uns (auch ich) sind aufgestanden und aus der Partei ausgetreten.
Dann war ich mal bei den Grünen. Saß mit Jürgen Trittin an einem Tisch, Bierchen schlürfend. Er in (Achtung, Klischee!) Wollpulli und Turnschuhen, ich mit Hemd, also vergleichsweise ordentlich. “Mit solchen Klamotten kann man nicht grün denken”, sagte er irgendwann zu mir. (Man sehe ihn sich heute an!).
Die Erlebnisse liegen 20 Jahre zurück, solche Probleme gibt es heute nicht mehr, dafür aber andere, aktuelle. Damals entschied ich dogmatisch. Heute differenziere ich. Es geht um Themen, aber wie uns Dieter Hildebrandt aufzeigt, kann es da auch derbe Enttäuschungen geben, allen Versprechungen zum Trotz. Ein, zwei Themen, die relevant sind, auch und vor allem perpektivisch für meine Kinder, danach wird gewählt.
Warum ausgerechnet grün für die Bildung stehen soll? Weil die Vorstellungen anderer Parteien noch weniger von den Empfehlungen der Experten umsetzen (längeres gemeinsames Lernen, nicht so früh selektieren, etc.).
Und eines noch: Nicht zur Wahl zu gehen bedeutet, die Stimmen radikaler Gruppen aufzuwerten. Protest- oder Überzeugungswähler gehen nämlich auf jeden Fall. Je geringer das Gegengewicht, desto machtvoller sind solche Stimmen (in Prozentpunkten).
Schon wieder fast ein Post. Sorry, Achter.
Sowas wird für mich sicherlich auch ein Wahl-Kriterium sein:
http://www.unglauben.org/?p=1031
Ich werde ungültig wählen, d.h. ich gehe hin und mache meinen Stimmzettel ungültig. Das bringt unter dem Strich Nix, aber ich dadurch zum Ausdruck bringen, dass ich zwar interessiert am Wählen habe, aber nicht diese willkürliche Parteiendemokratie (=Parteiendiktatur) legitimieren will – Ich unterstütze diese Gestaltungsoption des Grundgesetz nicht mehr.
Auch ne Alternative:
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