Nicht ausgelastet
Heute wieder Therapiesitzung (Coaching) gehabt. Darüber gesprochen dass sich so verdammt wenig in meinem Leben tut und dass mich dieser Stillstand ziemlich frustet: was tun woran liegts blablabla…
Schliesslich habe ich vor 2 Jahren ja soooo große Fortschritte gemacht. Und jetzt hänge ich stundenweise vor der Glotze oder am PC oder beides gleichzeitig.
Meine Therapeutin meinte recht trocken, für jemanden in meinem Alter sei eine 70%-Beschäftigung (mein Job) einfach zuwenig, ich hätte einfach zuviel Zeit zum Grübeln und zum Totschlagen. Ich sei unterfordert und solle mir einen Nebenjob oder was weiss ich was suchen, die Zeiten in denen man einfach darauf warten könne, dass von Aussen etwas passiert was einen “rausreisst” seien vorbei.
Achja, und dass das ganz meine Aufgabe wäre und weder sie noch mein Sohn noch meine Freundin mir helfen könnten.
Auf der Heimfahrt im Zug habe ich realisiert, wie recht sie hat. Nun denn, auf gehts also!
ABER: Irgendwie sagt mir meine lange Erfahrung das wird nichts und das kann ich nicht! Und wenn ich mich in diese Aufgabe gedanklich reinstresse fühle ich mich alles andere als der Sache gewachsen. Was schliesslich folgende These bestätigt: Der Kampf gegen den “inneren Schweinehund” ist vor allem der Kampf gegen ein negatives Selbstbild.
Autsch
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Ich versteh nicht ganz wieso es unbedingt ein Job sein muss? Kannst Du nicht was machen, was Dich zwar fordert aber trotzdem Dich aus Deinem Loch holt? Wenn es daran hapert, dass Du Dich nicht selbst fordern kannst, kannst Du ja irgendwo mitmachen und da Verpflichtungen eingehen. Ich will Dir keine Ratschläge geben, ich kenn Dich ja nicht, ich hab das nur nicht verstanden wo da der logische Zusammenhang sein soll.
Ich versteh auch nicht ganz wieso Du die Zeit am PC als verloren ansiehst. Ich immerhin hab ja z.B. schonmal was davon weil ich dann Dein Blog lesen kann
Du hast ja recht, es muss etwas sein das mir (jedenfalls grundsätzlich) Spass macht und was ich regelmäßig und strukturiert mache. Ein Job wäre insofern gut, weils Geld dafür gibt. Und die Zeit am PC ist ja nicht immer verloren, auch da hast du recht.
Es geht mehr um´s Zeittotschlagen und Abstumpfen und dass es mir nicht besonders gut damit geht. Schwer jetzt zu beschreiben, wenn du mich etwas kennen würdest, könntest du das vielleicht besser verstehen…
Nachtrag:
Ich habe kein Problem damit zu akzeptieren, dass Andere mit diesem Problem entspannter umgehen können und dasselbe als eher klein ansehen. Ich erlebe es aber als schwierig.
Und genau das ist ein Aspekt und eine Folge meines fast mein ganzes bisheriges Leben lang unbehandelten ADS.
Meinst Du eigentlich intellektuell unausgelastet oder mehr so körperlich?
Ein Kumpel von mir meinte mal: Langeweile ist, wenn man eigentlich was machen sollte/müsste, was man aber nicht machen will. Fand ich irgendwie schlau, die Idee.
“Meinst Du eigentlich intellektuell unausgelastet oder mehr so körperlich?”
Beides. Wobei stundenlanges “Holzhacken” das Bedürfnis nach intellektueller Befriedigung eher beschwichtigt als umgekehrt.
“Langeweile ist, wenn man eigentlich was machen sollte/müsste, was man aber nicht machen will.”
Das Unwort in diesem Satz ist das Wort “eigentlich”
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